Pokalspiel in Bremen Stevens wirft Bobic aus dem Kader
Berlin - "Ich trage die Entscheidung voll mit. Das ist ein klares Signal an die Mannschaft, alles andere jetzt rechts und links liegen zu lassen und alles für Hertha zu geben", kommentierte Hertha-Manager Dieter Hoeneß am Dienstag Stevens' Entscheidung, Fredi Bobic aus dem Kader für das Pokalspiel in Bremen zu streichen.
Stevens hatte Bobic seine Entscheidung schon am Montag mitgeteilt. "Es geht nicht darum, Bobic zum Buhmann zu machen, das will niemand. Es geht nur um Hertha BSC", fügte Hoeneß hinzu. Am Mittwoch um 19.30 Uhr (Liveticker SPIEGEL ONLINE) bestreiten die Berliner ihr Achtelfinalspiel beim SV Werder Bremen.
Bobic ist zwar leicht erkältet, hat nach Angaben der Hertha-Ärzte aber kein Fieber. Am Dienstag absolvierte der 32-Jährige allein eine kurze Fitness-Einheit. Dass es zwischen Bobic und Stevens Spannungen gibt, hatte sich zuletzt deutlich gezeigt.
Versteckte Kritik an Stevens
Bei der 2:4-Niederlage in Kaiserslautern - die Berliner verspielten auf dem Betzenberg eine 2:0-Führung - hatte Stevens Bobic nur auf die Ersatzbank gesetzt. Zuletzt gegen Schalke (1:3) holte er den Nationalpsieler trotz eines Rückstandes vorzeitig vom Platz, erwiderte zudem nur gequält einen Bobic-Handschlag. "Ich fand seine Leistung nicht so, dass ich abklatschen musste", begründete Stevens seine Zurückhaltung.
Bobic verzichtete am Montag mit Hinweis auf seine angeschlagene Gesundheit auf eine Teilnahme an der Feier zum 50. Geburtstag des Trainers. Öffentlich hielt er sich bisher bei Fragen nach dem Coach des Bundesliga-Vorletzten zurück: "Es ist für uns nicht entscheidend, das zu diskutieren." Allerdings hatte der ehemalige Stuttgarter bereits mehrmals versteckt die taktische Ausrichtung des Hertha-Teams kritisiert. Zu seiner Nichtberücksichtigung für das Pokalspiel beim Bundesliga-Zweiten Bremen wollte sich Bobic nicht äußern.
"Befreiungsschlag muss von der Mannschaft kommen"
Für das Signal an die Profis nimmt Stevens auch eine mögliche sportliche Schwächung des Teams in Kauf. Zwar konnte Bobic mit drei Treffern in 14 Bundesliga-Spielen nach seinem Wechsel von Hannover in die Hauptstadt nicht gerade überzeugen. In Bremen fehlt Hertha mit Weltmeister Luizao aber auch der zweite Strafraumstürmer. Der Brasilianer leidet an einer Zerrung.
So stehen Stevens im Pokalspiel nur die bisherigen Ersatzleute Nando Rafael und Artur Wichniarek zur Verfügung. In der Abwehr muss Stevens zudem Josip Simunic (Infekt) ersetzten. Die zuletzt gesperrten Marcelinho und Niko Kovac sind wieder dabei. "Der Befreiungsschlag muss von der Mannschaft kommen", erwartet Hoeneß eine Trotzreaktion in Bremen.