Premier League: Fan-Protest gegen Ticketpreise - DER SPIEGEL
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Bilic unterstützt Fan-Protest "Kein Spiel für die Elite"

Mit einem Aktionswochenende wollen Englands Fans am kommenden Spieltag gegen überhöhte Eintrittspreise protestieren. Unterstützung bekommen sie dabei von West Ham Uniteds Trainer Slaven Bilic.
West-Ham-Coach Bilic: Mann des Volkes
West-Ham-Coach Bilic: Mann des Volkes

West-Ham-Coach Bilic: Mann des Volkes

Foto: Justin Setterfield/ Getty Images
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Als Anhänger von Manchester City vor zwei Jahren mehr als 80 Euro für die Tickets zum Auswärtsspiel ihrer Mannschaft beim FC Arsenal zahlen sollten, war das Maß für viele Gästefans voll. Ein Drittel des Kartenkontingents wurde zurück nach London geschickt.

Diese Aktion erinnert an den Boykott der Fans von Borussia Dortmund, die sich im September weigerten, aufgrund eines Top-Spielzuschlags 55 Euro für die billigsten Sitzplatzkarten beim Auswärtsspiel des BVB in Sinsheim zu zahlen. Die Unterschiede zur Situation in England bestehen aber neben den dort noch teureren Tickets auch darin, dass es in der Bundesliga in der Regel zumindest ein begrenztes Kontingent an Stehplätzen gibt - in Sinsheim hätten sie 18 Euro gekostet.

Damit würden die Preise sogar den Forderungen der Kampagne "Kein Zwanni" entsprechen, die 2010 in Deutschland 2010 startete und 20 Euro als unzumutbar für Stehplatzkarten propagierte. "Fußball muss bezahlbar sein", lautete der Slogan der Initiative, und dieser Geist deckt sich mit der englischen Kampagne "Twenty's plenty" ("Zwanzig ist mehr als genug"), die nicht zuletzt als Reaktion auf die Vorfälle rund ums Spiel Arsenal - City ins Leben gerufen wurde.

Die Fanvereinigung "Football Supporters' Federation" (FSF) hatte sich ein Modell ausgedacht, bei dem die Klubs in wechselseitigen Absprachen die Preise für Auswärtsfans senken sollten. Um die besondere Bedeutung von mitreisenden Anhängern zu würdigen, die durch Reisekosten ohnehin schon gebeutelt seien, sollten sich alle Teams verpflichten, die Preise für Auswärtstickets bei 20 Pfund zu deckeln - das entspricht etwa 27 Euro. Anders als in Deutschland können die Fans in England nicht auf günstigere Stehplätze ausweichen: Diese sind dort seit 1994 aus Sicherheitsgründen verboten.

Viele Klubs der Premier League beteiligten sich an der Aktion, durch die Anhänger auf der Insel nach Angaben der FSF bereits mehr als 900.000 Euro gespart haben. Außerhalb der Premier League gibt es aber immer noch Negativbeispiele. So rieben sich Anhänger des aus der dritten Liga aufgestiegenen Bristol City ungläubig die Augen, als sie für das Zweitligaspiel ihres Klubs bei Sheffield Wednesday mehr als 50 Euro für die billigsten Karten zahlen sollten.

Wie erfolgreich solche Fan-Kampagnen sein können, zeigte das Beispiel Hoffenheim. Die TSG gab den Versuch, "ein höheres Pricing zu erzielen" (Geschäftsführer Peter Rettig im Deutschlandfunk) nach den Dortmunder Protesten auf. In England hat sich jetzt sogar ein Premier-League-Trainer in deutlichen Worten gegen die Eintrittspreispraxis gewandt. West-Ham-United-Manager Slaven Bilic sagte vor dem für den anstehenden Spieltag geplanten Aktionswochenende der FSF: "Fußball ist nicht Golf oder Polo für VIPs, für die Elite. Fußball ist der Sport des Volkes, es ist ein Sport für die Massen. Es sollte kein Privileg sein, alleine, mit Freunden, Freundin oder Familie ein Fußballspiel besuchen zu können."

Nicht nur die Qualität des Spiels sei bei Fußballspielen entscheidend, so Bilic weiter, sondern auch die Atmosphäre in den Stadien: "Ohne die Fans ist es alles sinnlos."