Premier League: Schiedsrichter Clattenburg gesperrt - DER SPIEGEL
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Verstoß gegen Regeln Schiedsrichter Clattenburg nach Konzertbesuch gesperrt

Der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg darf am kommenden Spieltag keine Partie pfeifen - weil er ein Konzert besucht hat. Sein Vergehen: Er reiste zuvor alleine zum Spiel an und ab. Das ist in der Premier League verboten.
Fußballschiedsrichter Clattenburg: Sperre nach Konzertbesuch
Fußballschiedsrichter Clattenburg: Sperre nach Konzertbesuch

Fußballschiedsrichter Clattenburg: Sperre nach Konzertbesuch

Foto: ADRIAN DENNIS/ AFP
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Hamburg - Das hatte sich Mark Clattenburg anders vorgestellt: Entspannt wollte der Schiedsrichter nach dem Premier-League-Spiel zwischen West Bromwich Albion und Crystal Palace (2:2) mit dem Auto nach Hause fahren - um im Anschluss ein Konzert von Ed Sheran in der Metro Radio Arena in Newcastle zu besuchen. Nun ist er deshalb für den kommenden Spieltag gesperrt worden.

Der Grund: In der englischen Liga müssen Referees gemeinsam mit ihren Assistenten zu Spielen an- und abreisen, aus Gründen der "Sicherheit und Integrität", wie es heißt. Doch Clattenburg, 39, war allein unterwegs.

Ein weiterer Vorwurf wiegt sogar noch schwerer: Nach dem Spiel soll der Schiedsrichter des Olympischen Finales 2012 mit Crystal-Trainer Neil Warnock telefoniert haben, weil dieser mit ihm einige Vorkommnisse während der Partie besprechen wollte. Auch das ist ihm eigentlich nicht erlaubt. Die Liga möchte so verhindern, dass ein Verdacht auf Einflussnahme aufkommen kann.

In der Bundesliga sind die Regeln etwas lockerer: "Das Team aus Schiedsrichter, Schiedsrichterassistenten und viertem Offiziellen reist getrennt zum Hotel im Spielort an. Zumeist wohnen sie ja nicht in der gleichen Stadt. Zum Stadion geht es im Team vom Hotel aus", sagt DFB-Sprecher Stephan Brause auf Anfrage. Nach dem Spiel erfolge in der Regel die gemeinsame Rückfahrt zum Hotel und von dort die individuelle Heimreise. "Oder das Team hat bereits im Hotel ausgecheckt und wird geschlossen zum Bahnhof oder Flughafen gebracht", sagt Brause.

Für Clattenburg kommt die kleine Affäre zur Unzeit, war er durch den Rücktritt von Star-Referee Howard Webb gerade auf dem Weg, Englands Top-Schiedsrichter zu werden. Es ist allerdings nicht das erste Mal in seiner Karriere, dass er für Aufsehen sorgt: Clattenburg wurde schon einmal für acht Monate gesperrt - wegen Untersuchungen, die sein Privatleben und geschäftliche Schulden betrafen.

Am 1. Mai 2014 sorgte Clattenburg für ein Novum, als er die beiden zuvor ausgewechselten Spieler Mirko Vucinic und Lazar Markovi beim Spiel Juventus Turin gegen Benfica Lissabon in der Europa League auf der Bank die Rote Karte zeigte.

psk