Saison ohne Titel Mourinho verlässt Real
Hamburg - Das hatte sich angedeutet: José Mourinho und Real Madrid beenden nach der Saison ihre Zusammenarbeit. Das gab der spanische Club auf einer Pressekonferenz bekannt. "Wir haben uns mit Mourinho auf dieses Vorgehen geeinigt. Wir wünschen José viel Glück für seine Zukunft, egal, wie es bei ihm weitergeht", sagte Real-Präsident Florentino Perez.
Mourinho konnte in der laufenden Spielzeit keinen Titel mit den "Königlichen" gewinnen und blieb damit weit hinter den Erwartungen zurück. Nachdem Real in der Liga schon in der Hinrunde vom späteren Meister FC Barcelona abgehängt worden und in der Champions League an Borussia Dortmund gescheitert war, hatte es am vergangenen Freitag nicht einmal zum "Trosttitel" gereicht. Im Pokalfinale unterlag Real dem Stadtrivalen Atlético.
"Diese dritte Saison ist eine Enttäuschung, ein Scheitern, wie auch immer Sie es nennen wollen", hatte Mourinho anschließend gesagt. Der portugiesische Trainer, der 2010 von Inter Mailand nach Madrid gewechselt war, holte mit Real in seiner Amtszeit den Pokalsieg (2011), einen Meistertitel (2012) und den Supercup-Gewinn (2012).
José Mourinho: "The Special One"
"Mehr Streitigkeiten als Titelgewinne", fasste das spanische Sportblatt "Marca" die Mourinho-Ära bei den "Königlichen" zusammen. Der Coach hatte sich mal mit der Clubführung, mal mit den Spielern, den Fans, den Schiedsrichtern oder der Europäischen Fußball-Union (Uefa) angelegt.
Als möglicher Nachfolger wird Carlo Ancelotti gehandelt. Der derzeitige Trainer von Paris Saint-Germain hat bei seinem Club bereits um die Freigabe gebeten, diese wurde dem Italiener aber bisher verwehrt. "Wir haben vor einigen Tagen in Paris wegen Ancelotti angefragt, aber eine Absage erhalten", bestätigte Perez: "Ich kann aber versichern, dass wir nicht ein, zwei oder drei Trainer im Hinterkopf haben, sondern mehrere."
Mourinho steht hingegen angeblich vor einem Engagement bei seinem Ex-Club FC Chelsea. Dort könnte er Rafael Benitez beerben, der schon vor Monaten angekündigt hatte, den Premier-League-Verein verlassen zu wollen.