Pyro-Debatte Liga und DFB räumen Fehler ein
Pyrotechnik-Einsatz bei Bayern-Fans: Liga und Verband zeigen sich selbstkritisch
Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpaHamburg - Neue Gespräche, alter Standpunkt: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben bei einem Hintergrundtermin in Frankfurt am Main an ihrer Meinung zum Verbot von Pyrotechnik in Fußballstadien festgehalten. "Wir bleiben mit den Fangruppen im Gespräch, aber nicht über Pyrotechnik. Da gibt es nichts zu verhandeln", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.
Seit rund einem Jahr fordert die "Initiative Pyrotechnik" ein geordnetes Abbrennen von Feuerwerkskörpern wie Bengalos in bestimmten Bereichen der Bundesliga-Stadien. Die Initiative hatte DFB und DFL im Dezember zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Polizei, Feuerwehr und Verbände hatten in den vergangenen Monaten jedoch stets betont, dass die geltenden Gesetze eine Legalisierung gar nicht zulassen.
"Es gibt da eine Geisterdebatte, dass der Deutsche Fußball-Bund und die Liga die Pyros doch 'legalisieren' könnten. Schon die Gesetzeslage verhindert das", sagte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball. Auch der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert stellte klar: "Höchster Sicherheitsanspruch und der Einsatz von Pyrotechnik im Stadion sind nicht vereinbar. Da gibt es keinen Spielraum". Auch habe es "zu keinem Zeitpunkt eine Zusage für den kontrollierten Einsatz gegeben". Zudem sprachen sich 33 der 36 Erst- und Zweitligisten massiv dagegen aus.
"Das ist nicht gut gelaufen"
DFB-Fanbeauftragter Gerald von Gorrissen räumte aber ein, dass "durch persönliche Aussagen handelnder Personen teilweise Erwartungen geweckt worden seien, die nicht einzuhalten waren". Auch Hieronymus musste zugeben: "Das ist nicht gut gelaufen." Letztlich bleibe festzuhalten: "Pyrotechnik ist gefährlich und kann nicht genehmigt werden."
Glaubt man einer von DFB und DFL in Auftrag gegebenen Umfrage, stößt das geltende Verbot bei 84,4 Prozent der Fußball-Interessierten auf Unterstützung. 79,5 Prozent der Befragten forderten zudem eine harte Bestrafung bei Zuwiderhandlung. "Die an Deutlichkeit kaum zu überbietende Meinung der Fans unterstützt die konsequente Haltung von DFB und DFL. Der gefährliche Einsatz von Pyrotechnik ist nicht, wie immer wieder behauptet, ein Bestandteil der Fankultur", so Hieronymus.