Randale in Neu-Ulm: Hooligans attackieren Polizisten - DER SPIEGEL
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Randale in Neu-Ulm Hooligans attackieren Polizisten

Erneut haben deutsche Hooligans randaliert. Nach den Ausschreitungen beim Länderspiel in Slowenien kam es nun zu Vorfällen in Neu-Ulm. Neun Täter sitzen in Haft, sie hatten Einsatzkräfte der Polizei angegriffen.
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Neu-Ulm - Zu den Übergriffen war es am Freitagabend nach dem Oberligaspiel des früheren Bundesligisten SSV Ulm gegen den 1. FC Normannia Gmünd (0:1) gekommen. Die Hooligans aus Baden-Württemberg und der Schweiz waren nach Polizeiangaben mit einem Kioskbesitzer in Streit geraten, weil sie ihre Zeche nicht zahlen wollten. Es kam zu mehreren Schlägereien, bei denen der Kioskbesitzer leicht verletzt wurde.

Als Polizisten einen der Randalierer überwältigten, wurden sie von dessen Mitstreitern attackiert. 15 Männer rannten auf die Beamten zu, die sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken zur Wehr setzten. Im Laufe der Auseinandersetzung nahm die Polizei im Raum Neu-Ulm und Ulm zwischenzeitlich 46 Menschen fest.

Gegen 28 Schweizer wurde wegen verschiedener Delikte, darunter Landfriedensbruch, versuchte Gefangenenbefreiung, Zechbetrug, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ermittelt. Ein Haftrichter erließ Haftbefehl gegen neun Hooligans.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hatte nach den Ausschreitungen deutscher Hooligans Ende März beim Länderspiel in Slowenien ein hartes Durchgreifen gegen Randalierer angekündigt. Bei der WM 2006 in Deutschland müsse verhindert werden, dass Gewalttäter das Fußballfest beeinträchtigten.

Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) fordert in diesem Zusammenhang mehr Stadionverbote für Randalierer. Die Fußballvereine sollten so die Sicherheitslage verbessern, sagte der Christdemokrat in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung". Mackenroth beklagte ein Vollzugsdefizit. Es sei schwer, Täter schnell und gerichtsfest zu überführen.