Real Madrid: Beckham-Rummel gefährdet Meisterschaftspläne - DER SPIEGEL
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Real Madrid Beckham-Rummel gefährdet Meisterschaftspläne

Am Wochenende entscheidet sich in Spanien das Titelduell zwischen Real Madrid und Real Sociedad San Sebastián. Doch der Wechsel von David Beckham lässt die Madrider um die Meisterschaft bangen. Der Trubel um den Fußballstar zehre an der Konzentration der Mannschaft, fürchten sie. Beckham bat bereits um Pardon.
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Madrid - Das Fernduell zwischen Real Madrid und Real Sociedad San Sebastián um die spanischen Fußballmeisterschaft ist in den Medien der iberischen Halbinsel derzeit nur ein Randthema. Der Rummel um den Wechsel des englischen Superstars David Beckham von Manchester United zu Real Madrid hat das übrige Fußballgeschehen in den Schatten gestellt, obwohl der Titelkampf spannender kaum sein könnte.

Tabellenführer Real Madrid (75 Punkte) kann am Sonntag in seinem letzten Spiel vor Anbruch der "Beckham-Ära" seinen 29. Titelgewinn perfekt machen. Dazu müssen die "Königlichen" allerdings im heimischen Bernabéu-Stadion Athletic Bilbao schlagen. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage Reals könnte San Sebastián (73), in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entgangen, mit einem Sieg über Atlético Madrid dem "weißen Ballett" die Meisterschaft noch vor der Nase wegschnappen.

Für Real Madrid, so scheint es, sollte das Spiel gegen Bilbao eigentlich eine Routineangelegenheit sein. Aber die Partie hat es durchaus in sich. Die Basken sind seit zehn Spieltagen ungeschlagen. Für sie steht die Qualifikation für den Uefa-Pokal auf dem Spiel. Zudem hat Bilbaos Trainer Jupp Heynckes mit den Madrilenen noch eine Rechnung offen, nachdem Real ihn 1998 nach dem Gewinn der Champions League entlassen hatte. Für ihn wäre vor dem Wechsel zu Schalke 04 ein Sieg über seinen Ex-Club ein gelungener Abschied von Athletic.

Der letzte Spieltag in der Primera División macht alte Feinde zu Freunden. San Sebastián ist auf die Schützenhilfe seines baskischen Erzrivalen Bilbao angewiesen. Zugleich fiebern die Fans des FC Barcelona mit dem verhassten Real Madrid. Der Tabellensiebte "Barça" kann nämlich, wenn Bilbao bei Real verliert und Barcelona gegen den Tabellenvierten Celta Vigo gewinnt, sich noch für den Uefa-Pokal qualifizieren.

"Raúl ist der König"


Reals Manager Jorge Valdano warnt Ronaldo und Co. deshalb vor unnötiger Überheblichkeit: "Dass wir gegen Bilbao verlieren, ist gar nicht mal so unmöglich." Er befürchtet, dass das Theater um den Beckham-Transfer seinen Fußballern die letzte Konzentration geraubt hat. Beckham selbst ließ seinen künftigen Teamkameraden aus Japan übermitteln: "Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass meine Verpflichtung Unannehmlichkeiten verursacht hat."

Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft ist derzeit auf Promo-Tour für einen Süßwarenhersteller aus Fernost, wo ihm zu Ehren sogar eine übergroße Beckham-Statue aus Schokolade (Beckham: "Die schmeckt bestimmt total lecker") enthüllt wurde. Doch selbst im fernen Japan schwebt über jeder Aktion Beckhams die Zukunft bei Real mit. "Ich bin als Profi noch nie gewechselt. Aber wenn man zu einem anderen Verein geht, benötigt man etwas Zeit, um sich an die neuen Mitspieler und den Klub zu gewöhnen. Ich hoffe, die Fans geben mir diese Zeit", versuchte Beckham die Erwartungen zu dämpfen. Auch auf seine übliche Rückennummer will er verzichten. "Ich werde bei Real auf jeder Position spielen, die der Trainer mir zuweist", so Beckham, "ich werde Raúl auch nicht die Rückennummer 7 wegnehmen. Denn Raúl ist der König."

Einen kleinen Vorgeschmack, was Beckham in Madrid erwartet, ließ sein zukünftiger Mannschaftskamerad Ronaldo wissen, der im vergangenen Jahr von Inter Mailand zu Real gewechselt war. "Die Fans von Real Madrid sind nur sehr schwer zufrieden zu stellen", so der Brasilianer, "sie verlangen unheimlich viel von einem. Ich hoffe, Beckham wird sich gut einleben und sich rasch auf die Mannschaft und den Club einstellen. Wir freuen uns, dass er kommt. Er wird ein weiterer Spieler sein, der uns in Zukunft helfen wird."