Real Madrids Krise: "Kopflose Hühner" - DER SPIEGEL
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Real Madrids Krise "Kopflose Hühner"

Nach der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage hat bei Real Madrid das große Wehklagen eingesetzt. Das Team ist ohne die verletzten Ronaldo und Zinedine Zidane nur Mittelmaß. Besserung ist nicht in Sicht. Italiens Meister Juventus Turin ist dagegen nicht zu stoppen.
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Hamburg - "Real erlitt Totalschaden. Es gleicht einem Schiffbrüchigen ohne rettende Planke", lautete das vernichtende Urteil der spanischen Sporttageszeitung "As". Und "Marca" titelte: "Die Königlichen spielten wie kopflose Hühner - ohne Verstand, ohne Konzept und ohne Orientierung. Dieses Real ist zum Weinen."

Das 1:3 bei Deportivo La Coruña am Mittwochabend war für den spanischen Rekordmeister die zweite Pleite in vier Tagen. Bereits am Sonntag hatte Real verloren: Gegen Valencia gab es daheim ein 1:2. Obwohl der Club vor der Saison rund 80 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat, rangiert er derzeit nur auf dem fünften Platz.

Ohne ihre verletzten Superstars Zinedine Zidane und Ronaldo, die noch mehrere Wochen fehlen werden, war Madrid chancenlos. Der formschwache David Beckham wurde zur Halbzeit ausgewechselt; der Engländer, der gegen Valencia Gelb-Rot sah, muss seine Sperre erst am kommenden Wochenende absitzen. Real Madrid wartet seit nunmehr 14 Jahren auf einen Sieg in La Coruña. Nach Toren des früheren Hannoveraners Julian de Guzmán (35.) und Juanma (45./84.) führte "Depor" bereits mit 3:0, Real-Kapitän Raúl (86.) konnte nur noch verkürzen.

Der bekannte spanische Kolumnist Tomás Roncero lästerte später: "Beim zweiten Tor kann La Coruñas Stürmer Munitis unbedrängt flanken. Guti schaut zu, als besuchte er einen Safari-Park. Niemand stört den Angreifer. Warum auch? Munitis ist doch ein netter Junge und hat mal bei uns für Real gespielt. Also was soll's? Freibier für alle."

In der italienischen Serie A eilt Bayern Münchens Champions-League-Kontrahent Juventus Turin nach dem neunten Sieg im neunten Spiel seinem 29. Meistertitel entgegen. Knapp 35.000 Fans sahen am Mittwochabend den 2:0-Erfolg gegen Sampdoria Genua. So erfolgreich wie "Juve" ist noch nie ein italienischer Club in eine Spielzeit gestartet.

Damit geht der Titelverteidiger mit einem Vorsprung von fünf Punkten in das Gipfeltreffen am Samstagabend beim direkten Verfolger AC Mailand. Gegen Sampdoria trafen der französische Nationalspieler David Trezeguet (41.) und der Rumäne Adrian Mutu (57.). Besonders Trezeguet fiebert dem Duell mit Milan entgegen. Trifft der Stürmer noch einmal, würde er mit seinem Landsmann Michel Platini gleichziehen, der für Juventus 104 Pflichtspieltore erzielte.

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