Real-Pleite "Capello, es reicht!"
Lyon - "Desaströs! Dieses Real ist nur noch ein Imitat der Vergangenheit", ätzte "Marca" nach dem 0:2 (0:2) der Millionentruppe zum Auftakt der Champions League bei Olympique Lyon. Und "As" nahm sich nach der ersten Pflichtspiel-Niederlage der Saison bereits den neuen Coach Fabio Capello vor: "Capello, es reicht!"
Die Leistung Reals, das insgesamt 62 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat, war hilf- und ideenlos, zu langsam und unbeweglich präsentierten sich die hochbezahlten Profis in Weiß. "Lyon war technisch und vor allem physisch stärker als wir", gab Capello zu, der den Schlüssel für die Niederlage im Defensivverhalten sah: "Unsere Abwehr war heute Abend dem Angriff von Lyon nicht gewachsen."
Selbst Italiens Weltmeister-Kapitän Fabio Cannavaro ließ sich an seinem 33. Geburtstag von der Nervosität anstecken und leistete sich den einen oder anderen gravierenden Fauxpas. "Cannavaro feierte einen Geburtstag mit amateurhaften Schwächen", verkündete der TV-Sender TVE, für "As" verkörperte der neue Innenverteidiger "das Sinnbild des Chaos".
Capello kann die zugespitzte Kritik zwar nachvollziehen, fordert aber Geduld. "Wir haben noch eine Menge Aufbauarbeit zu leisten. Aber ich glaube an die Qualität meiner Spieler. Wir werden uns bald verbessern." Wie notwendig diese Verbesserungen sind, zeigt auch die Tatsache, dass Real mit den beiden Gegentoren durch Fred (11.) und Tiago (31.) noch gut bedient war.
Und als sei der Spott in den spanischen Medien nicht schon genug, brachte der Trost des Siegers zusätzliche Schmach: "Um Real muss man sich keine Sorgen machen. Sie haben eine großartige Mannschaft und werden schon bald nur sehr schwer zu schlagen sein", behauptet Lyons Spielmacher Juninho. Für Trainer Gerard Houllier grenzte die Leistung seines Teams an Perfektion: "Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich bin, an diesem Abend Trainer von Olympique Lyon gewesen zu sein."
goe/sid