Real Madrid vs. Manchester City: Zinédine Zidane setzt Team unter Druck - DER SPIEGEL
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Real-Trainer Zidane "Ein Aus wäre ein Versagen"

Gehört Zinédine Zidane auch als Trainer zu den ganz Großen? Vor dem Rückspiel im Champions-League-Halbfinale setzt er seine Mannschaft unter Druck - und redet Gegner Manchester City klein.
Zinedine Zidane
Zinedine Zidane

Zinedine Zidane

Foto: GERARD JULIEN/ AFP
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Wer hätte das vor wenigen Wochen erwartet? Real Madrid könnte eine zwischenzeitlich schon als gescheitert betrachtete Saison doch noch veredeln. Als Trainer Rafael Benítez nach enttäuschenden Leistungen seinen Posten im Januar räumen musste und Zinédine Zidane für ihn übernahm, schien die Lage aussichtslos.

In der Liga dominierte der FC Barcelona, selbst der Stadtrivale Atlético Madrid war enteilt. In der Champions League rechnete man dem spanischen Rekordmeister in dieser Verfassung ohnehin keine großen Chancen aus. Nun, knapp vier Monate später, steht der Verein nur einen Punkt hinter Barça und Atlético und vor dem Einzug ins Finale der Königsklasse. Dem Wettbewerb, den der Verein schon zehnmal gewonnen hat.

Doch dazu müssen die Madrilenen am Abend (20.45 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: Sky) erst einmal Manchester City bezwingen. Im Hinspiel boten beide Mannschaften eine enttäuschende Vorstellung, Torraumszenen gab es im Duell zweier spielstarker Teams nur wenige. So lautete das Endergebnis folgerichtig 0:0. Eine gefährliche Ausgangslage für Real. Dennoch gibt sich Zidane vor dem Spiel selbstbewusst. "Das wird sehr kompliziert und uns ist bewusst, dass ein Aus ein Versagen wäre. Wir sind Real Madrid und wollen ins Finale."

Der 43-Jährige hat allen Grund, optimistisch zu sein. Schließlich kann er nach zwei Wochen wieder auf seinen wertvollsten Spieler zurückgreifen: Cristiano Ronaldo. Der Portugiese laborierte zuletzt an einem Muskelfaserriss und musste drei Pflichtspiele pausieren. Unter anderem im Hinspiel, als die Offensive nur selten Gefahr ausstrahlte.

Ronaldo, der im laufenden Wettbewerb bereits 16 Tore erzielt hat, ist laut Zidane bei 100 Prozent, "es besteht kein Risiko auf einen Rückschlag", so der Franzose. Verzichten muss der Coach hingegen auf seinen Landsmann Karim Benzema und den Brasilianer Casemiro.

Schlüsselspiel für Pellegrini

Beim Gegner aus Manchester ist die Personallage entspannt. Trainer Manuel Pellegrini kann auf seine Schlüsselspieler Yaya Touré, Kevin de Bruyne und Sergio Agüero bauen. In der Abwehr ist auch der zuletzt angeschlagene Kapitän Vincent Kompany wieder voll belastbar. Für die Citizens, die im Viertelfinale Paris St. Germain ausgeschaltet haben, ist das Halbfinale auch die letzte Chance für den Trainer, ein Vermächtnis zu hinterlassen.

Pellegrini galt in seiner dreijährigen Amtszeit beim Traditionsklub als Platzhalter für Josep Guardiola. Kritiker werfen ihm vor, "farblos" zu sein. In der Liga rangiert sein Team auf einem schwachen vierten Platz und muss um die Champions-League-Teilnahme im kommenden Jahr zittern, im FA-Cup ereilte City das frühe Aus.

So bleibt Pellegrini noch die Königsklasse. Dort ist er immer für Überraschungen gut. 2006 scheiterte er mit dem FC Villarreal erst im Halbfinale am FC Arsenal, 2013 schied er ähnlich knapp mit dem FC Málaga gegen den späteren Finalisten Borussia Dortmund aus.

Mit einem Sieg im wichtigsten Vereinswettbewerb Europas könnte er seine Kritiker verstummen lassen. An mangelndem Engagement hat es beim 62-Jährigen jedenfalls nicht gelegen. "Seit sechs Monaten habe ich kein Buch mehr gelesen, keinen Kinofilm gesehen", sagt der Chilene. "Ich habe meine Lebensqualität für diese Herausforderung hier hergegeben." Seine Situation erinnert ein wenig an die seines Nachfolgers beim FC Bayern, Josep Guardiola. Ausgerechnet.