Ribéry-Sperre "Er hatte keine böse Absicht"
Bayern-Spieler Ribéry: Berufung gegen Uefa-Sperre
Foto: Tobias Hase/ dpaHamburg - Bayern München hat wie angekündigt den Kampf um die Teilnahme von Franck Ribéry am Endspiel der Champions League am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand aufgenommen. Der deutsche Rekordmeister wird gegen die Sperre von drei Spielen gegen den Franzosen spätestens am Freitag Berufung bei der Kontroll- und Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) einlegen.
Ribéry war im Hinspiel des Halbfinales gegen Olympique Lyon nach einem Foul gegen Lisandro Lopez in der 37. Minute von Schiedsrichter Roberto Rosetti aus Italien vom Platz gestellt worden. Die Uefa-Kommission hatte die Attacke des 25-jährigen französischen Nationalspielers als Tätlichkeit gewertet. "Wir können diese Entscheidung in keiner Weise nachvollziehen und halten sie für absolut falsch", hatte der FC Bayern mitgeteilt.
Unterstützung erhält Ribéry von seinem gefoulten Gegenspieler Lisandro Lopez. Der "Équipe" sagte Lopez, er habe den Angriff von Ribéry nicht als eine Tätlichkeit wahrgenommen: "Er hatte keine böse Absicht. Wir sind beide auf den Ball gegangen. Ich war nur vor ihm da." Lopez hatte sich bei der Attacke keine Verletzung zugezogen und konnte die Partie nach kurzer Unterbrechung zu Ende spielen.
Folgt man den Uefa-Richtlinien, ließe sich das Foul auch anders einordnen. Denn "eine Tätlichkeit liegt vor, wenn ein Spieler einen Gegner abseits des Balles übermäßig hart oder brutal attackiert", so der Wortlaut. Das Foul von Ribéry geschah jedoch im direkten Kampf um den Ball. Besser passen würde daher die Uefa-Definition von einem groben Foulspiel: "Ein Spieler begeht ein grobes Foul, wenn er bei laufendem Spiel im Kampf um den Ball übermäßig hart oder brutal in einen Zweikampf einsteigt." Dafür ist wenigstens eine Sperre für ein Spiel vorgesehen.
Weiteren Beistand erhält Ribéry von fachkundiger Stelle. "Die Rote Karte ist berechtigt, aber mit der Sperre ist die Uefa klar über das Ziel hinausgeschossen. Ich hoffe, dass sie diese Entscheidung noch einmal überdenkt", sagte der Fußball-Experte Günter Netzer. Seiner Meinung schließt sich auch Hamburgs Ehrenspielführer Uwe Seeler an: "Diese Sperre ist fast geschmacklos. Ein Spiel Sperre - okay, aber das? Es sollte im Sport immer fair bleiben, aber das ist viel zu hart."