Rolf Schafstall "Ich hol' hier nicht die Peitsche raus"
Herr Schafstall, Sie kehren nach zehn Jahren als
Trainer zum VfL Bochum zurück. Was hat Sie zu diesem Schritt
bewogen?
Rolf Schafstall:
Ich habe mich bereit erklärt, weil mein Freund Werner Altegoer mich gefragt hat. Zwischen dem VfL und mir besteht nach wie vor eine große Verbundenheit. Ich mache das nicht, um mich zu profilieren, sondern um mit dem VfL die Klasse zu halten. Ich liebe solche Aufträge und habe keine Sekunde lang gezögert.
Sie haben einen Vertrag bis zum Saisonende. Was geschieht danach?
Schafstall: Ich bin in einem schönen Alter. Danach spielt das keine Rolle mehr.
Was wollen Sie ändern?
Schafstall: Ich bin nicht hierher gekommen, um die Peitsche rauszuholen. Ralf Zumdick hat einen guten Job gemacht, ich brauche die Mannschaft konditonell nicht mehr fit zu machen. Es geht nur darum, Dinge hervorzuholen, die zuletzt nicht da waren.
Woran denken Sie?
Schafstall: Taktisch sind das nur Kleinigkeiten. Wir haben bislang 43 Tore kassiert. Dafür muss es eine Ursache geben. Das Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft muss besser werden. Damit muss es schon am Samstag in Wolfsburg losgehen. Die Hauptaufgabe wird sein, festzustellen, wer in der Mannschaft Verantwortung übernehmen kann.
Die Lage für den VfL ist prekär...
Schafstall: Und ich werde keine Garantie geben, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Ich will von keinem Ergebnis reden. Aber man muss erkennen, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die den Willen zeigt und sich der schweren Situation bewusst ist. Wir werden nicht anfangen zu rechnen und nicht so blauäugig sein zu glauben, wir könnten den Klassenerhalt am letzten Spieltag in Leverkusen schaffen. Wir müssen schon vorher aus dem Schneider sein. Ich hoffe, wir werden 13 Wochen vor uns haben, die uns allen Spaß machen.
Ihr letztes Engagement bei Dynamo Dresden ist recht unglücklich verlaufen...
Schafstall: Ja. Ich habe einen Fehler gemacht. Und dazu stehe ich, ohne wenn und aber.
Aufgezeichnet von Jörg Mebus, sid