WM-Halbfinale: Ron Vlaars kurioser Elfmeter
Vermeintlicher Elfmeter-Skandal Das kann doch nicht Vlaar sein
Hamburg - Es war ein bitterer Abend für Ron Vlaar. Der niederländische Verteidiger verschoss im WM-Halbfinale gegen Argentinien den ersten Elfmeter und leitete so die Niederlage ein. "Ich war nervös", sagte er später: "Ich hatte den Keeper wohl länger anschauen müssen."
Tatsächlich war der Schuss nicht gut platziert, halbhoch, relativ zentral, Argentiniens Torhüter Sergio Romero hatte keine Probleme, den Ball zu parieren. Doch was geschah dann? Im Internet kursieren Videos, in denen zu sehen ist, dass der Ball einmal aufprallt und dann wieder Richtung Tor kullert. Sogar über die Linie? Das lässt sich auf den Bildern nicht klar erkennen.
Bei Twitter und Facebook setzte prompt eine Diskussion ein: Wurden die Niederlande um den Sieg betrogen? Denn wenn der Ball durch Effet doch noch ins Tor gerollt wäre, hätte der Schuss zählen müssen - es wäre das 1:0 gewesen, und eventuell hätte das Elfmeterschießen einen anderen Ausgang genommen.
"Der beste Mann auf dem Platz"
Ron Vlaar hätte statt zum tragischen Helden doch noch zum echten Helden werden können. Denn in den 120 Minuten zuvor hatte er eine starke Leistung abgeliefert. Trainer Louis van Gaal bescheinigte ihm, "der beste Mann auf dem Platz" gewesen zu sein, und für den früheren englischen Weltklasseverteidiger Rio Ferdinand war Vlaar "mit der Leistung der beste Innenverteidiger der WM".
Außerdem hatte er Mut bewiesen: Im Gegensatz zu zwei Mannschaftskollegen drückte er sich nicht vor dem Elfmeterschießen, sondern übernahm gleich den ersten Versuch.
Doch so schön die Geschichte auch klingt, sie endet banal. Auf einem weiteren Video, das sich bei YouTube findet, ist klar zu sehen: Vlaar berührte den Ball nach der Parade von Romero noch einmal mit der Schulter. Erst dann rollte der Ball wieder Richtung Tor.
Zählen konnte der Schuss also ohnehin nicht. Ein Video aus der Hintertor-Perspektive zeigt zudem, dass der Ball auf der Linie liegen blieb.