Rummenigge "Sklavenhandel"
München - Bayern Münchens Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge hat im Zusammenhang mit dem Rekordtransfer von Tomas Rosicky zu Borussia Dortmund von einem "Sklavenhandel" gesprochen, den der deutsche Meister nicht mitmachen wollte. Der Münchner Sportchef kritisierte in der "Bild am Sonntag" die immer dominantere Rolle der Spielerberater im Profifußball. "An einem solchen Transfer verdient der Berater eine siebenstellige Provision. Da liegt der Schlüssel für einen erfolgreichen Vertragsabschluss
immer weniger beim Spieler. Mir graut vor dieser Form des Sklavenhandels".
"Erste Adresse"
Der Bayern-Vize stellt die Behauptung auf, dass der deutsche Meister den Poker mit Borussia Dortmund, das den 20-jährigen Rosicky für die Bundesliga-Rekordsumme von 25 Millionen Mark von Sparta Prag verpflichtet hatte, nach eigener Einschätzung durchaus hätte gewinnen können. "Wenn wir 30 Millionen Mark gezahlt hätten, wäre Rosicky zu uns gekommen", meinte Rummenigge.
Ungeachtet der gescheiterten Verpflichtung von Rosicky sowie der vergeblichen Bemühungen in der Vergangenheit um deutsche Spieler wie Michael Ballack, Sebastian Deisler oder zuletzt Christian Timm vom 1.FC Köln betrachten sich die Bayern weiterhin als erste Adresse in der Bundesliga. "Wir können nicht mit Clubs wie Real Madrid, Manchester
oder Lazio Rom mithalten, aber, mit Verlaub, in Deutschland verstecken wir uns hinter niemandem", bemerkte Rummenigge.
Kritik am 1. FC Köln
Rummenigge griff die Vereinsführung des 1. FC Köln an: "Es ist schlicht so, dass speziell die Clubs der zweiten Reihe, und dazu zähle ich den 1. FC Köln, künstlich die Preise in die Höhe treiben." Christian Timm, 21, der trotz eines Angebotes der Bayern seinen Vertrag in Köln bis 2004 verlängerte, würde in Köln nach der Vertragsverlängerung vier Millionen Mark verdienen, so Rummenigge: "Wie die das allerdings langfristig refinanzieren, ist mir ein Rätsel."
Nach Informationen der "Bild am Sonntag" sind die Bayern bei der Suche nach neuen Abwehrspielern an dem Italiener Marco Materazzi vom AC Perugia interessiert. Der 27-Jährige soll zehn bis 15 Millionen Mark Ablöse kosten.