Sammers Elitekonzept: Operation Weltmeister 2026 - DER SPIEGEL
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Sammers Elitekonzept Operation Weltmeister 2026

Lange hatte der DFB auf das Konzept gewartet, heute war es soweit: Matthias Sammer präsentierte seine Pläne für die Nachwuchsarbeit des Verbandes. Neu ist die Schul-Offensive, für die der Sportdirektor auch die Politik in die Pflicht nehmen will. Jürgen Klinsmanns Innovationen kommen ebenfalls zum Tragen.
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Hamburg - "Wir müssen unbedingt an die Elite ran. Wir wollen da als DFB eine Vorreiterrolle übernehmen. Die Wirtschaft wartet schon darauf", sagte Sammer, der mit seinem Projekt vor allem den Schwung der WM 2006 nutzen und die gesellschaftliche Rolle des Fußballs weiter stärken will: "Man vergisst manchmal, dass die, die 2026 Weltmeister werden wollen, heute schon auf der Welt sind. Wenn nicht früh die Grundlagen gelegt werden, kann man die Versäumnisse nie wieder aufholen. Deshalb haben wir uns auf die Fahne geschrieben, sowohl gesellschaftliche als auch fußballerische Verantwortung zu übernehmen."

Seit Sammers Amtsantritt im April wartete der DFB auf die Präsentation des Konzepts. Nach der Vorstellung der zehn Punkte war der Verbandspräsident aber voll des Lobes über die Arbeit des Sportdirektors. "Ich bin sehr angetan von seinem Konzept. Denn er geht das Thema Nachwuchsförderung grundsätzlich an und sieht auch den gesellschaftlichen Kontext, beispielsweise, wenn es um mögliche Initiativen des DFB in Kindergärten und Schulen geht", erklärte Theo Zwanziger.

Kernpunkt von Sammers Plänen ist die optimale Entwicklung der Nachwuchsspieler durch eine Dokumentation der Laufbahn jedes Einzelnen von der U15-Nationalmannschaft bis zum A-Team. Wie unter dem ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann eingeführt sollen dafür auch Videoanalysen und Leistungsdiagnostik verwendet werden. Schlüssel zum Erfolgs des Projekts seien die DFB-Trainer, so Sammer, der die Übungsleiter mit Broschüren vorbereiten will.

Neben den hauptamtlichen Verbandscoaches nimmt der 39-Jährige aber auch die Lehrer an den Schulen in die Pflicht. "Wir fordern täglichen Schulsport", sagte Sammer, der auf ein Schweizer Modell hinwies, bei dem täglicher Sport auch zu besseren Schulnoten geführt habe. Für Deutschland konstatiert der Sportdirektor eine Besorgnis erregende Entwicklung, bei Kindern würden immer mehr Krankheitsbilder festgestellt, die vor einigen Jahren frühestens im Erwachsenalter zum Vorschein kamen. Ihm tue "diese Entwicklung persönlich sehr weh", sagte Sammer, der auch Politiker, Wirtschaft, Wissenschaft und den Deutschen Olympischen Sportbund für das Konzept gewinnen will.

Die Finanzierung der Eliteförderung soll laut Zwanziger kein Problem darstellen. Ein Teil der zehn Millionen Euro, die jährlich in das Talentförderprogramm fließen, werden in das neue Elitekonzept fließen. Zudem haben bereits große Unternehmen aus der Wirtschaft angekündigt, die Sammer-Kamapagne finanziell zu unterstützen.

goe/sid