SC Paderborn: Wegen Kooperation mit RB Leipzig - Fans drohen mit Boykott - DER SPIEGEL
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Bundesliga-Aufsteiger Wegen Kooperation mit RB - Paderborn-Fans drohen mit Boykott

Paderborn und RB Leipzig planen eine Zusammenarbeit - und stoßen dabei auf Widerstand in der Fanszene des SC. Für sie käme eine Kooperation dem "Verlust der Seele und Identität" des eigenen Klubs gleich.
Paderborner Fans
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Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX
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Fans des Bundesligaaufsteigers SC Paderborn drohen wegen der angekündigten Kooperation mit RB Leipzig mit einem Boykott. "Sollte die Zusammenarbeit mit RB Leipzig umgesetzt werden, wird die aktive Fanszene den Spielen des SC Paderborn 07 bis auf Weiteres fernbleiben. Unsere Vereinsliebe und die jahrzehntelange Unterstützung stirbt mit dem Tag einer RB-Leipzig-Kooperation", heißt es in einer veröffentlichten Erklärung , die von sechs Fan-Organisationen unterstützt wird. Der SC führt auf seiner Website rund 40 offizielle wie inoffizielle Fanklubs auf.

Hintergrund: Am Dienstag war der Wechsel von Paderborns Sport-Geschäftsführer Markus Krösche zu RB bekannt geworden. Zudem war eine Kooperation zwischen beiden Klubs beschlossen worden, mit dem Ziel, "sich zu unterstützen und das jeweils vorhandene sportliche Potenzial bestmöglich auszunutzen", wie es in einer Mitteilung des SC heißt.

Im Zuge der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler künftig erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt, sagte RBs Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Die Kooperation beziehe sich unter anderem auch auf einen Austausch im Scouting-Bereich.

"Verlust der Seele und Identität"

Die Fans fordern die Paderborner Vereinsführung nun auf, von der Kooperation Abstand zu nehmen. In der Erklärung heißt es weiter: "Etwaige sportliche Vorteile werden durch den Verlust der Seele und Identität unseres bodenständigen Fußballvereins teuer erkauft."

Außerdem wurde die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bei diesem Thema und die fehlende Einbindung der Fans und Mitglieder bemängelt. Zudem gefährde die Kooperation "aus unserer Sicht den fairen Wettbewerb erheblich".

RB war 2009 vom Brausekonzern RedBull gegründet worden, anschließend gelang dem Klub der Marsch aus der Oberliga in die Champions League. Begleitet wird Leipzig immer wieder von Protestaktionen gegnerischer Fanlager.

Nicht immer waren diese friedlich: Anfang 2017 hatten Dortmunder Randalierer rund um ein BVB-Heimspiel Leipzig-Fans mit Steinen und Flaschen angegriffen, im Stadion wurde die Ablehnung des RB-Projekts mit zum Teil geschmacklosen Plakaten zum Ausdruck gebracht.

mon/dpa/sid