Schaaf-Interview "Es nützt nichts, wenn ich Türen eintrete"
Frage: Herr Schaaf, hat Ihr Team die Meisterschaft schon verspielt?
Schaaf: Diese Fragen langweilen mich. Wir geben doch nicht immer wieder von Spieltag zu Spieltag Wasserstandsmeldungen ab. Wir verändern unsere Zielstellung nicht so schnell. Für uns geht es weiter um die Meisterschaft.
Frage: Nach der 0:2-Heimniederlage gestern gegen den Hamburger SV hat Schalke 04 bereits sieben Punkte Vorsprung auf Bremen.
Schaaf: Im Fußball bewegen sich die Dinge sehr schnell. Die Abstände können sich ebenso schnell wieder verändern. Wir halten an unserem Ziel fest, dafür arbeiten wir Woche für Woche. Sicherlich haben wir im Moment eine Phase, wo man die Leichtigkeit nicht so hat, aber wir müssen trotzdem dran bleiben.
Frage: Der Frust bei den Spielern war groß. Wie werden Sie die Mannschaft denn nun wieder aufbauen?
Schaaf: Wir müssen mit dieser Situation sachlich umgehen. Es nützt ja nichts, wenn ich hier Türen eintrete. Ich bin nicht dabei, wenn nach Erfolgen alles schön geredet wird, aber ich bin auch dagegen, alles negativ zu sehen. Wir haben am Mittwoch gegen Ajax Amsterdam gut gespielt und waren auch gegen den HSV besser und aktiver als gegen Schalke 04, als wir nur reagiert haben. Man kann sagen, dass die Mannschaft wieder auf dem richtigen Weg ist.
Frage: Warum hat es trotzdem nicht zum Sieg gereicht?
Schaaf: Wir haben es nicht geschafft, uns im Strafraum entscheidend durchzusetzen. Da haben wir zu oft quer gespielt, statt den Abschluss zu suchen. Es ist auch schwer, wenn der Gegner massiv hinten drin steht und sich dort sehr geschickt verhält. Wir waren bemüht, aber uns hat die geistige Frische gefehlt, unsere Angriffe erfolgreich abzuschließen. Wir müssen vorne geschlossener spielen, uns mehr durchsetzen und besser behaupten.
Frage: Was sagen Sie dazu, dass die von Ihnen in der Winterpause abgegebenen Spieler Mohamed Zidan und Leon Andreasen bei Mainz 05 aufblühen?
Schaaf: Gar nichts. Wissen Sie, ich kümmere mich nicht um andere Vereine, sondern nur um Werder Bremen.
Aufgezeichnet von Andreas Hardt, sid