Schalke - 1860 2-2 Ausgerechnet Max
Gelsenkirchen - Die Anerkennung, die ihm bei Schalke 04 eigentlich immer verwehrt blieb, hat Martin Max sich bei seinem neuen Club TSV 1860 München binnen einer Saison längst erarbeitet. Am Samstagnachmittag bekamen auch 37.780 Zuschauer im Gelsenkirchener Parkstadion mit, was für einen Spieler der FC Schalke zu Beginn der Spielzeit für läppische 1,5 Millionen Mark Ablöse hatte ziehen lassen. Mit seinen Saisontreffern 17 und 18 schoss sich 31-jährige Max an die Spitze der Torjägerliste.
"Klar ist das was Besonderes, beim alten Verein gut zu spielen. Aber wichtiger war, dass wir mit zehn Mann noch einen Punkt geholt haben. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel, den internationalen Wettbewerb", sagte Max, der im vorigen Sommer enttäuscht, entnervt und schweren Herzens ("Ich wurde zum Sündenbock gestempelt") seinen Lieblingsclub verlassen und sich den "Löwen" angeschlossen hatte. Umso mehr freute er sich über den herzlichen Empfang in Schalke: "Ich habe noch viele Freunde hier."
Unter Trainer Werner Lorant und in neuer Umgebung ist Max wieder aufgeblüht. Seine Effektivität brachte ihm mittlerweile den Beinamen "Maximale" ein. Sein ehemaliger Sturmpartner Youri Mulder schwärmte: "Martin ist ein Riesen-Stürmer. Das hat man heute wieder gesehen." Und Marc Wilmots hatte sogar mit Schalkes Manager Rudi Assauer um eine Kiste Champagner gewettet, dass Max für 1860 München mindestens 15 Tore schießt.
Mit seinem Doppelpack (26./65. Minute) wahrte Max seinem Team zwei Spieltage vor Saisonende die Chance auf Platz vier, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. "Wenn wir das schaffen, ist das mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1966 gleich zu setzen", sagte Präsident Karl-Heinz Wildmoser. Er freut sich über die rosigen Aussichten. Denn mit einem Heimsieg im nächsten Spiel gegen den um einen Punkt besseren Tabellen-Vierten Hertha BSC Berlin können die Sechziger am direkten Konkurrenten vorbei ziehen. "Das wird ein Endspiel um den Einzug in die Champions League. Entscheidend ist, dass wir das gewinnen", so Wildmoser. "Wir haben es selbst in der Hand."
Nach dem siebten Spiel ohne Sieg ist für Schalke die verkorkste Saison dagegen (fast) abgehakt. "Immerhin ist es positiv, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben", beschrieb Markus Happe die triste Stimmung. Dabei hatten die Gastgeber nach dem Ausgleich von Niels Oude Kamphuis (36.), der Gelb-Roten Karte für den Münchner Stephan Paßlack (42.) und der Führung durch Olaf Thon (43.) alle Trümpfe in der Hand. Doch selbst größte Chancen blieben ungenutzt.
Marc Wilmots (15.) scheiterte mit einem schwach geschossenen Strafstoß an Daniel Hoffmann, und Emile Mpenza brachte kurz vor Schluss den Ball aus zwei Metern nicht ins leere Tor. Für Trainer Huub Stevens "reine Kopfsache": "Wenn selbst die, die normalerweise die Tore schießen, nicht treffen..." Für Olaf Thon ist die Saison "nicht mehr zu retten", dennoch gibt es ein Nah-Ziel: "Mit einem guten Spiel in Dortmund könnten wir zumindest ein wenig Kredit bei den Fans zurück gewinnen."