Schalke - 1860: Klammheimlich zum Titel - DER SPIEGEL
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Schalke - 1860 Klammheimlich zum Titel

Pokalfinalist Schalke 04 lässt sich auch nicht vom TSV 1860 München aus dem Konzept bringen. Dennoch haben manche was zu meckern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gelsenkirchen - "Die Fans lassen uns im Stich. Nur 33.705 Zuschauer sind eine einzige Enttäuschung. Wir haben doch nichts verbrochen, sondern stehen im Pokalfinale und sitzen Bayern München in der Bundesliga im Nacken. Ich verstehe nicht, was in den Köpfen unserer Anhänger vorgeht", schimpfte Schalkes Manager Rudi Assauer nach dem 2:0 (0:0)-Sieg.

Nach dem zwölften Saisonsieg und dem zehnten Heimspiel ohne Niederlage in Folge blieb Assauer ebenso wie sein Trainer Huub Stevens der Stimmungsbremser im Schalker Lager: "Wir werden nicht deutscher Fußball-Meister, das ist total unrealistisch, wir wollen ins internationale Geschäft und damit basta." Und Stevens wiederholte gebetsmühlenartig: "Wir sind kein Titelanwärter, wir sind noch keine große Mannschaft, wir sind Schalke und nicht Bayern."

Schalke-Stürmer Emile Mpenza traf mal wieder

Sein großen Auftritt im Parkstadion hatte Emile Mpenza. Der 17-Millionen-Einkauf erzielte in der 50. und 64. Minute seine Saisontore Nummer sieben und acht, zugleich seine ersten seit dem 23. September 2000. Außerdem war der 22 Jahre alte belgische Stürmer direkt an der Rote Karte des Norwegers Vidar Riseth beteiligt. Der "Löwe" foulte Mpenza in der 41. Minute und kassierte für die Notbremse folgerichtig einen Platzverweis.

"Zwei Tore zu machen, das ist doch Klasse, nachdem ich lange nicht mehr getroffen habe. Wir wollen die Bayern weiter ärgern und oben dabei bleiben. Es wäre wunderbar, wenn wir am Ende der Saison einen Titel gewinnen würden", erklärte der Schalker Offensivmann, während die Fans die Meisterschale und dem DFB-Pokal aus Pappe in den Himmel reckten.

"Die konstanteste Mannschaft wird deutscher Meister"

Richtig happy war auch der überragende Andreas Möller, der gewisse Parallelen zu den Dortmunder Glanzzeiten nicht abstreiten wollte: "Auch damals sind wir von der Euphorie getragen worden. Nicht die beste, sondern die konstanteste Mannschaft wird deutscher Meister. Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg." Für Möller war die 1:4-Pleite vor einer Woche bei Energie Cottbus heilsam: "Die Niederlage hat uns wachgerüttelt. Wir haben gemerkt, das wir mit Schönspielen nicht weiterkommen."

Keinen Schritt weitergekommen auf den Weg ins internationale Geschäft ist 1860 München. Eine Woche nach dem 1:0 über Borussia Dortmund ließen die "Löwen" jeden Biss vermissen. Kapitän Marco Kurz erklärte selbstkritisch: "Wir hatten nicht das Format, um einen Punkt zu holen. Nach dem 0:1 waren wir chancenlos." Dem pflichtete Trainer Werner Lorant bei: "Nach der Schalker Führung in der 50. Minute war das Spiel verloren."

Seit 1966 ist 1860 sieglos beim FC Schalke

Ohnehin bleiben Gastspiele für 1860 in Gelsenkirchen ein Albtraum. Denn exakt seit dem 19. März 1966 (2:0 durch Tore von Alfred Heiß und Timo Konietzka) warten die Sechziger in 14 Auftritten auf Schalke auf ein Erfoglserlebnis. Und der Ex-Schalker Martin Max, in der vergangenen Saison Torschützenkönig und in den Bundesligaspielen gegen die Gelsenkirchner schon dreimal erfolgreich, resignierte: "Heute war es nicht möglich, diese schwarze Serie zu beenden. Es war einfach gar nix drin."


Schalke 04 - 1860 München 2:0 (0:0)
1:0 Mpenza (50.)
2:0 Mpenza (64.)
Schalke: Reck - Hajto, Happe (64. Büskens), van Kerckhoven - Latal, Nemec, van Hoogdalem - Möller - Asamoah, Sand (75. Mulder), Mpenza (85. Mikolajczak)
München: Jentzsch - Zelic - Kurz, Stranzl, Pfuderer - Cerny, Riseth, Bierofka (46. Tyce) - Häßler (74. Votava) - Agostino (46. Ehlers), Max
Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)
Zuschauer: 33.705
Gelbe Karten: Nemec (4), Asamoah (4)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Riseth (41., München) wegen einer Notbremse

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