Schalke - Köln: Pfiffe im Wald - DER SPIEGEL
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Schalke - Köln Pfiffe im Wald

Obwohl die Talfahrt in der Bundesliga anhält, hat der 1. FC Köln beim Gastspiel auf Schalke positive Ansätze gezeigt. Das behaupten zumindest die Verantwortlichen.
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Gelsenkirchen - Obwohl die Situation immer schwieriger wird, ist man beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln zuversichtlich, bald eine Wende herbeizuführen. "Ich hatte heute das Gefühl, dass jeder sein persönlich Bestes gegeben hat. Da stand eine Truppe auf dem Platz, die gekämpft und alles gegeben hat. Das war in den letzten Wochen nicht immer so", stellte Manager Hannes Linßen nach der 1:3 (1:1)-Niederlage bei Schalke 04 fest und beschwor einen "Ansatz zur Besserung".

Torhüter Markus Pröll, der mit tollen Paraden ein Debakel verhindert hatte, lobte seine "aufopferungsvoll kämpfenden" Teamkollegen, die "immer für den Trainer spielen". Und Fußball-Lehrer Ewald Lienen redete nach der sechsten Pleite in Folge, mit der die Kölner einen Vereinsrekord aufstellten, seine Schützlinge stark: "Sie haben Unglaubliches geleistet, fantastisch gekämpft und alles gegeben."

Unmut über den Schiedsrichter


Damit meinte der Coach vor allem, wie sich der Tabellen-16. nach dem Platzverweis gegen Matthias Scherz (32.), den nicht nur Lienen als schlechten Witz empfand, gegen die Niederlage stemmte. Der schwache Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim) hatte dem Kölner Angreifer Gelb-Rot gezeigt, weil er nach einem Abseitspfiff den Ball aufs Tor geschossen hatte. "Absolut unverständlich, wie man so pfeifen kann", ärgerte sich Lienen.

Der Unmut über den Referee war berechtigt, denn eine Minute zuvor war Schalkes Andreas Möller für das gleiche Vergehen ungeschoren davon gekommen. Doch das hatte das Schiedsrichtergespann nicht gesehen. "Man kann doch sowieso keine Zeit schinden. Es liegen doch 150 Bälle ums Spielfeld herum", so Lienen. Unverständnis äußerte auch Manager Hannes Linßen: "Wir werden mit dem DFB reden, damit wir demnächst einen Schiedsrichter bekommen, der pfeifen kann."

Doch auch die FC-Verantwortlichen hatten zusammen mit 60.400 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke gesehen, dass nach dem Kölner Führungstor durch Andrew Sinkala (37.) - ein wunderschöner Fernschuss nach einem blitzsauberen Konter - und dem Ausgleich durch Ebbe Sand (45.) nur noch Schalke stürmte. Dass lediglich Andreas Möller (54.) und Gerald Asamoah (82.) trafen, lag vor allem am starken Pröll.

Schalke will sich auf die Bundesliga konzentrieren


Die Königsblauen, die erstmals in dieser Saison einen Rückstand in einen Sieg umwandelten, nahmen vier Tage nach dem frühen Abschied aus der Champions League die Meisterklasse wieder ins Visier. "Nach ganz oben zu kommen, wird sehr schwer. Aber Platz drei ist nicht unmöglich", erklärte der überragende Sand, Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit, der endlich seinen ersten Bundesliga-Treffer der laufenden Saison erzielt hatte.

Ähnliche Perspektiven sieht nach dem fünften Heimsieg in Folge und der Rückkehr auf Platz fünf auch Manager Rudi Assauer: "Die beiden oben, Bayern und Bayer, geben sich keine Blöße. Wir haben zwar genauso viele Punkte wie zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison, aber da waren wir Zweiter. Wir müssen jetzt eine Serie von vier, fünf Siegen starten, um da oben ranzukommen."

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 3:1 (1:1)
0:1 Sinkala (37.)
1:1 Sand (45.)
2:1 Möller (54.)
3:1 Asamoah (82.)
FC Schalke 04: Reck - Hajto, Waldoch, van Kerckhoven (74. Matellan) - Kmetsch, Nemec (71. Thon) - Asamoah, Möller, Böhme (86. Büskens) - Mulder, Sand
1. FC Köln: Pröll - Dziwior - Cullmann, Keller - Reeb (76. Reich), Sinkala, Baranek, Kreuz, Springer - Scherz, Kurth (59. Donkow / 76. Nessou)
Schiedsrichter: Wagner (Hofheim)
Zuschauer: 60.400 (ausverkauft)

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