Schottland "McBerti" am Ende
London - Vogts, der bei den "Bravehearts" noch einen Vertrag bis zur WM-Endrunde 2006 in Deutschland hat, steht offenbar eine hohe Abfindung zu - spekuliert wurde zuletzt über 750.000 Euro. Dies wurde vom Verband allerdings noch nicht bestätigt. Vogts war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die BBC meldet, Vogts, dessen Anwalt Andi Gross und der britische Fußballverband hätten sich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt.
In schottischen Presseberichten war schon vor einer Woche über eine Entlassung von Vogts spekuliert worden. Wegen der fast verspielten Qualifikation für die WM 2006 ist der 57-Jährige auf der Insel in Ungnade gefallen. Schottland hatte aus den ersten drei WM-Qualifikationsspielen nur zwei Punkte geholt.
Hans-Hubert Vogts: Berti in Bildern
Ein Teil der Fans forderte nach dem 1:1 in Moldawien die Entlassung des Deutschen. Vogts, der Deutschland 1996 in England zum EM-Titel geführt hatte, war jedoch bis zum Schluss kämpferisch geblieben: "Ich trete nicht zurück, solange die WM-Qualifikation rechnerisch möglich ist."
Am Anfang des Monats war Vogts durch den schottischen Verband noch das Vertrauen ausgesprochen worden. "Es macht keinen Sinn, einen Wechsel um des Wechsels willen durchzusetzen", hatte SFA-Boss David Taylor erklärt. Als Favoriten auf seine Nachfolge gelten die früheren Nationalspieler Walter Smith und Gordon Strachan.
Vogts war einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer überhaupt. Er verbrachte seine gesamte Spielerkarriere in Mönchengladbach. Dort wurde er "Terrier" genannt - und holte mit den "Fohlen" fünf deutsche Meisterschaften sowie zweimal den Uefa-Pokal. Mit dem deutschen Nationalteam wurde Vogts 1974 Weltmeister und 1972 Europameister. In 96 Länderspielen schoss der Verteidiger ein Tor.
Der deutschen Mannschaft blieb Vogts auch als Trainer verbunden und holte 1996 seinen einzigen großen Titel: die Europameisterschaft. In Leverkusen scheiterte "Berti" als Bundesligatrainer und wurde im Anschluss Nationaltrainer in Schottland, wo er 2002 Craig Brown nachfolgte.