Schweden - Türkei Erste Euro-Nullnummer
Eindhoven - Nach einer tristen Nullnummer droht Schweden und der Türkei bei der Fußball-Europameisterschaft die vorzeitige Heimreise. In einer enttäuschenden Partie lieferten beide Teams am Donnerstagabend in Eindhoven das erste 0:0 der Euro 2000 ab, das dennoch eine Mannschaft als großen Gewinner sah: Durch die Punkteteilung vor 30.000 Zuschauern im Philips-Stadion sicherte sich Italien als Tabellenführer der Gruppe B vorzeitig seinen Platz im Viertelfinale.
Nach ihren 1:2-Auftaktniederlagen und mit jeweils nur einem Punkt auf dem Konto können sich die Skandinavier dagegen ebenso wie die Türken aufs Kofferpacken einstellen. Um dies noch zu verhindern, müssen beide Teams (Schweden gegen Italien, die Türkei gegen Co-Gastgeber Belgien) ihre Partien am kommenden Montag gewinnen. Im Falle eines Sieges beider Teams hätte sich dasjenige fürs Viertelfinale qualifiziert, das im dritten und letzten Vorrundenspiel mehr Tore erzielt.
Beiden "Fehlstartern" in der Gruppe B war am Donnerstagabend im Eindhovener Philips-Stadion die große Anspannung deutlich anzumerken. Weder den gegenüber dem Auftakt auf vier Positionen veränderten Schweden noch den ebenfalls mit einem Quartett frischer Akteure angetretenen Türken gelang es, Linie in ihre Aktionen zu bringen. So sahen die Fans eine zerfahrene Partie ohne große Höhepunkte.
Überraschend hatte Trainer Mustafa Denizli in der Anfangself auf Spielmacher Sergen verzichtet. Eine enttäuschende Vorstellung bot einmal mehr Hakan Sükür. Der türkische Stürmerstar, der nach der Euro 2000 von Uefa-Cup-Sieger Galatasaray Istanbul zu Inter Mailand wechselt, blieb wie schon beim Turnierstart gegen Italien blass und bekam gegen seinen Bewacher Gary Sundgren praktisch keinen Stich. An Wirkungslosigkeit stand ihm auf schwedischer Seite Henrik Larsson allerdings nicht nach. Der Einzige, der die Bezeichnung Angreifer verdiente, war Kennet Andersson.
Der Italien-Legionär vom FC Bologna prüfte den türkischen Keeper Rüstü bereits in der 3. Minute mit einem wuchtigen 20-Meter-Freistoß und war auch an der zweiten schwedischen Chance maßgeblich beteiligt, als er aus spitzem Winkel in Rüstü seinen Meister fand (29.). Der 34-jährige Andersson, der sich eine Halbzeit lang erbitterte Duelle mit den türkischen Abwehrspielern lieferte, musste nach Wiederbeginn wegen einer Fußverletzung seinen Platz für den Lauterer Jörgen Pettersson räumen. Einen ruhigen Abend verbrachte Schwedens Torhüter Magnus Hedman, der in der ersten Halbzeit lediglich durch einen 18-Meter-Schuss von Arif (12.) aufgeschreckt wurde.
Mit der Einwechslung von Sergen kam Mitte der zweiten Halbzeit beim Halbmond-Team ein wenig frischer Wind in die Aktionen. Der 27-Jährige von Galatasaray Istanbul prüfte Hedman in der 71. Minute aus spitzem Winkel, den Nachschuss jagte Okan am schwedischen Gehäuse vorbei. Auch die Skandinavier fanden in der Endphase der von Missverständnissen und technischen Unzulänglichkeiten geprägten Begegnung den Schlüssel zum Erfolg nicht mehr. In der 88. Minute verfehlte ein Freistoß von Pettersson sein Ziel knapp. Am Ende wirkte der Schlusspfiff des niederländischen Schiedsrichters Dick Jol wie eine Erlösung.
Vorrundengruppe B in Eindhoven
Schweden - Türkei 0:0 (0:0)
Schweden: Hedman - Lucic, Mellberg, Björklund, Sundgren - Alexandersson (63. Anders Andersson), Mjällby, Ljungberg, Mild - Kenneth Andersson (46. Petersson), Larsson (78. Svensson).
Türkei: Rüstü - Alpay, Ogün (59. Tugay), Fatih - Ümit (45. Tayfun), Mustafa (58. Sergen), Okan, Suat, Hakan Ünsal - Hakan Sükür, Arif.
Schiedsrichter: Dick Jol (Niederlande)
Zuschauer: 30.000