Serie A Hoffen und Bangen vor dem Gipfeltreffen
Hamburg - Vier Spieltage vor dem Saisonende kommt es am Sonntag im Stadion Giuseppe Meazza zum Gipfeltreffen der beiden dominierenden Teams in der italienischen Seria A zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin. Der Titelverteidiger führt die Liga mit 76 Punkten bei 57:21 Toren vor dem punktgleichen Rekordmeister aus Turin an, der bei 58:23 Toren nur eine um ein Tor schlechtere Tordifferenz aufweist.
Fußball-Fans aus insgesamt 180 Ländern wollen das Spektakel live verfolgen, weltweit werden hochgerechnet ca. 1,5 Milliarden Zuschauer beim Spitzenspiel mitfiebern. Milans Coach Carlo Ancelotti glaubt indes nicht, dass mit einem Sieg gegen Juve eine Vorentscheidung in der Meisterschaft fallen könnte. "Wir haben noch fünf Endspiele - vier in der Meisterschaft und das Champions-League-Finale am 25. Mai in Istanbul gegen den FC Liverpool", erklärte der Trainer.
Nachdem Silvio Berlusconi das Weiterkommen der "Rossoneri" gegen den PSV Eindhoven als "äußerst glücklich" bezeichnete, wollte der Milan-Coach von einer erfolgreichen Titelverteidigung nichts mehr wissen. "Will sollten uns auf Liverpool konzentrieren. Das ist unser primäres Saisonziel und wichtiger als die Partie gegen Turin", sagte Ancelotti.
Seit 1997 wartet Juventus nun auf einen Sieg beim AC Milan, der jedoch um seinen Kapitän Paolo Maldini bangt. Der 36-Jährige verletzte sich im Champions-League-Halbfinale nach einem Tritt des Holländers Jan Vennegoor of Hesselink am Nacken. Erst am Samstag entscheidet sich, ob der Linksverteidiger auflaufen kann.
Capello hofft auf Del Piero
Während die AC-Akteure in den letzten Wochen äußerst müde wirkten, allen voran Stürmerstar Andrej Schewtschenko, brennen die Turiner auf einen Sieg in Mailand: "Ich werde in San Siro motiviert sein wie noch nie", gab Pavel Nedved die Marschrichtung vor, um den 28. Titel für die "alte Dame" zu holen.
Verzichten muss Juve dabei allerdings auf den gesperrten Zlatan Ibrahimovic, für den Schweden rückt David Trezeguet in die Mannschaft. Trainer Fabio Capello hofft jedoch vor allem auf Stürmer Alessandro Del Piero: "Er wird von Spiel zu Spiel besser und erinnert wieder an den Spieler, als der er in seinen besten Tagen Weltruhm erlangte." Sollte es allen Vorankündigungen zum Trotz auch nach 38 Spieltagen keine Entscheidung geben und beide Teams weiterhin punktgleich an der Spitze stehen, wird die Meisterschaft in zwei Entscheidungsspielen entschieden.