Slowenien Der WM-Zwerg
Noch 1997 hatten die Slowenen die Ausscheidung zur WM in Frankreich mit nur einem einzigen Punkt auf dem Konto abgeschlossen. Der Aufwärtstrend setzte mit dem Amtsantritt des ehemaligen Stuttgarter Bundesliga-Profi Srecko Katanec als Nationaltrainer ein.
Gestützt auf die Erfahrung der erfolgreichen WM-Qualifikation sowie die überraschende EM-Teilnahme 2000 geht der Coach die Reise optimistisch an: "Wir haben mehr erreicht, als jemals einer erwartet hat. Jetzt fahren wir ohne Angst, aber mit viel Selbstbewusstsein nach Asien." Manndecker Alexander Knavs vom Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern ergänzt: "Wir haben uns als Mannschaft weiterentwickelt, sind noch besser organisiert. Außerdem haben wir mehr internationale Erfahrung. Alles ist für uns möglich."
Dafür allerdings muss der Außenseiter im Gegensatz zur EM mit völlig ungewohntem Druck umgehen. Vor der WM-Qualifikation waren die Erwartungen schon so groß, dass Katanec für den Fall eines Scheiterns in den Playoffs gegen die zuvor dreimal in Serie qualifizierten Rumänen seinen Rücktritt angekündigt hatte. Nach einem 2:1-Erfolg im Hinspiel sicherten sich die Slowenen durch ein 1:1 in Bukarest aber das erste WM-Ticket ihrer Geschichte.
Der Star der Mannschaft ist Zlatko Zahovic. Der offensive Mittelfeldspieler, der bei der EM in drei Spielen dreimal erfolgreich war, ist bei Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon Mannschaftskollege des deutschen Torhüters Robert Enke. Kritiker schimpfen Zahovic jedoch ein "schlampiges Genie".