Späte Tore Joker retten Australien
Kaiserslautern - Guus Hiddink musste etwas tun. Seine Mannschaft lag 0:1 im Rückstand, der Nationaltrainer Australiens sah sich gezwungen, die Offensive zu stärken. In Spielminute 54 wechselte er Cahill ein, der zunächst keine Akzente setzen konnte. Doch große Zeit des Mittelfeldspielers des FC Everton sollte kommen. In der 84. Minute egalisierte er aus dem Strafraumgewühl heraus erst den japanischen Führungstreffer, fünf Minuten später schoss er das 2:1. Der ebenfalls eingewechselte Aloisi vom spanischen Zweitligisten Deportivo Alaves machte mit seinem Treffer zum 3:1 den Auftakterfolg Australiens in der Gruppe F perfekt.
"Es ist schon toll überhaupt dabei zu sein, dann aber auch noch zwei Tore zu schießen, das ist wie ein Traum, unvorstellbar", sagte Cahill in einem Fernseh-Interview und lobte Coach Hiddink: "Der Trainer kennt uns sehr gut und holte das Beste aus uns heraus."
Die Australier hatten nach dem Gegentreffer weitgehend planlos agiert. Dabei hätte das Tor nicht zählen dürfen. Von der rechten Angriffsseite der Japaner trat Shunsuke Nakamura eine Flanke in den Strafraum, die den Weg ins Tor fand. Torhüter Mark Schwarzer versuchte den Ball zu erreichen, bekam ihn jedoch nicht zu fassen. Innerhalb des Fünf-Meter-Raums behinderten ihn Naohiro Takahara und Atsushi Yanagasiwa entscheidend. Trotzdem unterbrach der ägyptische Schiedsrichter Essam El Fatah die Szene nicht.
"Wir haben nichts aus unserer Führung gemacht. Wir hatten zwar klare Konterchancen, aber wenn man vorne die Dinger nicht reinmacht, bekommt man sie hinten. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht", klagte Zico, brasilianischer Nationaltrainer Japans.
Vor dem 1:0 boten beide Mannschaften eine ansehnliche, temporeiche Partie. Japan wollte mit Pässen auf die schnellen Stürmer zum Erfolg kommen. Australien versuchte es mit Flanken auf Stürmer Mark Viduka, der den japanischen Innenverteigern körperlich überlegen war. Der 30-Jährige vergab auch die erste Möglichkeit, als er nach sechs Minuten aus spitzem Winkel zweimal an Japans Torwart Yoshikatsu Kawagushi scheitete. Auch Mark Bresciano machte es nicht besser (25.). Kurz danach traf Nakamura für Japan.
"Wenn man die Japaner spielen lässt, dann können sie das zu ihrem Vorteil nutzen. Das hat man in dem Länderspiel gegen Deutschland gesehen", sagte Australien-Coach Hiddink. Die Asiatan überließen seiner Mannschaft nach der Pause das Spiel. Doch die Australier, bei denen auch der Neu-Nürnberger Joshua Kennedy zum Einsatz kam, wussten mit dem Überangebot an Platz und Ballbesitz wenig anzufangen. Dann hatten jedoch Cahill und Aloisi ihren Auftritt. "Wir wussten, dass die Japaner am Ende Probleme haben, und wir konnten das nutzen", so Coach Hiddink.
Australien - Japan 3:1 (0:1)
0:1 Nakamura (26.)
1:1 Cahill (84.)
2:1 Cahill (89.)
3:1 Aloisi (90.+2)
Australien: Schwarzer (33 Jahre / 38 Länderspiele) - Neill(28/26), Moore (30/34) ab 61. Kennedy (23/2), Chipperfield (30/47) - Wilkshire (24/9) ab 76. Aloisi (30/42), Emerton (27/49), Grella (26/18), Culina (25/14), Bresciano (26/25) ab 53. Cahill (26/17) - Kewell (27/21), Viduka (30/34). Trainer: Hiddink
Japan: Kawaguchi (30/90) - Tsuboi (26/34) ab 56. Moniwa (24/9)/ab 90.+1 Oguro (26/19), Miyamoto (29/70), Nakazawa (28/51) - Komano (24/9), Nakata (29/75), Fukunishi (29/63), Alex (28/73) - Nakamura (27/61) - Takahara (27/42), Yanagisawa (29/57) ab 79. Ono (27/55). Trainer: Zico
Schiedsrichter: El Fatah (Ägypten)
Zuschauer: 46.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Aloisi, Moore, Grella, Cahill / Moniwa, Miyamoto, Takahara