Spanien Berufsverbot für Gil y Gil
Malaga - Die Richter des Gerichtshof der Provinz Malaga in Südspanien verurteilten den exzentrischen Vereinsboss wegen einer Finanzaffäre zudem zu sechs Monaten Haft. Das Gericht blieb damit weit hinter den Forderungen des Staatsanwalts zurück, der 29 Jahre Haft für den Clubchef gefordert hatte.
Der 67-jährige Gil war angeklagt, über fünf Millionen Mark aus dem Stadtsäckel Marbellas auf die Konten des mittlerweile zweitklassigen Fußballclubs abgezweigt zu haben. Die Stadt hatte dem Club jahrelang Gelder dafür gezahlt, dass die Atlético-Spieler den Schriftzug des Badeortes auf ihren Trikots trugen. Die Richter sahen darin den Tatbestand der Untreue im Amt erfüllt. Sie sprachen Gil aber von der Anklage des Betrugs, der Urkundenfälschung und der Unterschlagung frei.
Die Prozessparteien kündigten nach Angaben des Rundfunks Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an. Gil war während der Ermittlungen kurzzeitig in Untersuchungshaft genommen, aber später gegen Zahlung einer Kaution freigelassen worden. Gegen den Clubchef ist beim Nationalen Gerichtshof in Madrid noch ein weiteres Verfahren anhängig. Dort wirft der Untersuchungsrichter Manuel Garcia Castellon ihm vor, sich illegal in den Besitz der Atlético-Aktien gebracht und Millionensummen aus der Vereinskasse unterschlagen zu haben.