Spanien: Der ewige Titelkandidat - DER SPIEGEL
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Spanien Der ewige Titelkandidat

In souveräner Manier qualifizierte sich die spanische Nationalelf für die Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea. Das Team von Trainer José Antonio Camacho gehört erneut zum erweiterten Favoritenkreis. Doch eine Platzierung unter den besten vier Mannschaften der Welt liegt schon über 50 Jahre zurück.
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Der Kontrast schmerzt: Spaniens Fußballclubs füllten ihre Vitrinen in den vergangenen Jahrzehnten mit Pokalen aus den Europacup-Wettbewerben, aber die Nationalmannschaft musste sich in ihrer 93-jährigen Geschichte mit der mageren Ausbeute eines EM-Titels begnügen - und der liegt bereits 38 Jahre zurück.

Auf dem Grat zwischen Titeltraum und Trauma peilt die "Selección", die die Qualifikation in der Europa-Gruppe 7 vor Österreich und Israel souverän als Erster abschloss, in Japan und Südkorea trotzdem mit altem Selbstbewusstsein und neuem Wir-Gefühl erneut ihren ersten WM-Triumph an. "1998 in Frankreich haben uns Kampfgeist und Moral gefehlt. Diesmal können wir es schaffen", glaubt Stürmerstar Raúl von Rekordmeister Real Madrid vor Spaniens elfter WM-Teilnahme an den großen Erfolg: "Auf spielerischem und technischem Niveau sind wir sicher eines der besten Teams."

Die Einschätzung von Raúl, der bei der EM durch seinen verschossenen Elfmeter im Viertelfinale gegen den Weltmeister und späteren EM-Titelgewinner Frankreich zum Unglücksraben avancierte, teilt auch Deutschlands Weltmeister von 1990, Andreas Brehme. "Spanien holt den Titel. Ich sehe das Team noch vor Argentinien, Frankreich und Italien", sagt der einstmals bei Real Zaragoza in der Primera División spielende Teamchef von Bundesligist 1. FC Kaiserslautern.

Für die notwendige mannschaftliche Geschlossenheit seiner ausgezeichneten Individualisten will Trainer José Antonio Camacho sorgen. "Wir sind nicht die Besten, aber wir wollen es werden", formuliert der Ex-Nationalspieler von Real Madrid sein Ziel. Das hatten viele Experten den Iberern schon vor vier Jahren zugetraut. Aber bei der WM 1998 in Frankreich scheiterte Spanien, das bislang als beste WM-Platzierung lediglich einen vierten Platz 1950 in Brasilien vorweisen kann, in der Vorrunde an Nigeria und Paraguay.