Spanien Knochenbruch nach Torschrei
Sevilla - Bei einem Massensturz von Zuschauern auf der Tribüne eines Fußballstadions in Sevilla sind am Sonntag 52 Menschen verletzt worden. Mehr als 20 Fans mussten nach Angaben der Behörden wegen Knochenbrüchen und Quetschungen in Krankenhäusern der südspanischen Metropole behandelt werden. Das Unglück ereignete sich beim Schlagerspiel der zweiten spanischen Liga zwischen dem FC Sevilla und Betis Sevilla (1:1).
Anhänger des FC Sevilla hatten sich in der 31. Spielminute beim Führungstreffer ihrer Elf jubelnd auf die vor ihnen stehenden Zuschauer geworfen. Damit lösten sie einen Massensturz auf einer Tribüne aus. Hunderte von Zuschauern stürzten in einer menschlichen Lawine die Ränge hinab. Ein Absperrungsgitter gab nach, und zahlreiche Besucher fielen von dem zwei Meter hohen Tribünensockel hinab auf die Erde. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich rund 45.000 Zuschauer im Sanchez-Pijuan-Stadion von Sevilla.
Unglück trotz Sicherheitsvorkehrungen
Die meisten Verletzten konnten noch am Sonntag wieder aus den Krankenhäusern entlassen werden. Das Unglück ereignete sich trotz der scharfen Sicherheitsvorkehrungen, die die Polizei vor dem Lokalderby zwischen den beiden Aufstiegskandidaten getroffen hatte. Die alte Rivalität zwischen den beiden Clubs in Sevilla teilt die Fußballfreunde in der Stadt seit langem in zwei verfeindete Lager.
Die Traditionsvereine waren vor einem Jahr zusammen aus der Primera Division abgestiegen und stehen nun vor dem sofortigen Wiederaufstieg. Vor dem Anpfiff hatten Fans des FC Sevilla Tribünensitze aus den Verankerungen gerissen und auf die Betis-Anhänger geschleudert. Außerhalb des Stadions kam es zu kleineren Zusammenstößen zwischen Fan-Gruppen.