Spanien: Kurioser Pfiff verwirrt Real Madrid - DER SPIEGEL
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Spanien Kurioser Pfiff verwirrt Real Madrid

Ein Schiedsrichterpfiff, der anscheinend aus dem Nichts kam, sorgte bei der Partie zwischen Real Madrid und Real Valladolid für Aufregung. Dagegen läuft es für Jupp Heynckes in der Primera Division optimal.
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Madrid - Das Publikum im Bernabeu-Stadion hat bei Real Madrids 2:2 gegen Real Valladolid das wohl kurioseste Tor in der 54-jährigen Geschichte der Fußball-Arena erlebt. Im Punktspiel von Spaniens Primera Division lief am Samstagabend die 5. Minute. Valladolids Stürmer Tote umspielt beim Stand von 1:0 für Real nahe der Eckfahne den Madrider Verteidiger Aitor Karanka. Plötzlich ertönt ein Pfiff, Reals Abwehrspieler und Torwart Iker Casillas bleiben stehen und blicken zum Schiedsrichter. Derweil flankt Tote den Ball in den Strafraum, wo Fernando das Leder unbedrängt zum 1:1-Ausgleich für Valladolid ins Real-Tor schießt.

"Wer hat da gepfiffen?"


Der Unparteiische Jesus Tellez Sanchez erkannte den Treffer an, denn er hatte den Spielzug nicht abgepfiffen. "Wer hat da nur gepfiffen?", fragten sich am Sonntag die Fußballfans in ganz Spanien. Der Pfiff war im Stadion deutlich zu hören gewesen. Er kam nach Aussage der Real-Spieler nicht aus dem Publikum, sondern vom Spielfeld. Allem Anschein nach hatte ein Spieler von Valladolid mit seinem Mund den Schiri-Pfiff imitiert.

Aber wer war es? Der Radiosender Cadena SER und die Zeitung "El Mundo" machten den Kolumbianer Harold Lozano als den "falschen Schiedsrichter" aus. Aber der Mittelfeldspieler schwor, dass er nicht gepfiffen hatte. Während Valladolids Spieler den seltsamen Treffer bejubelten und allen Grund zum Feixen hatten, schritten die "Königlichen" zum Anstoßkreis mit einer Miene, als hätte ihnen jemand die Brieftasche gestohlen. "Fußball ist etwas für Clevere, und bei dem Tor war Valladolid uns voraus", gestand Reals Verteidiger Michel Salgado später ein.

Bilbao auf Erfolgskurs


Dennoch hätte der Rekordmeister die Partie gegen den Außenseiter klar gewinnen können, vergab aber seine Chancen und schoss durch Zidane (4.) und Raul (18.) nur eine 2:1-Führung heraus. Zwei Minuten vor dem Abpfiff gelang Valladolids Cuauhtemoc per Freistoß noch der überraschende Ausgleich.

Erfolge feiert dagegen weiter Jupp Heynckes bei Athletic Bilbao. Der deutsche Star-Trainer feierte mit den Basken einen 2:1-Erfolg beim FC Malaga und damit den dritten Sieg im dritten Auswärtsspiel. Bilbao liegt nach dem erneuten Coup in der Fremde nur einen Punkt hinter dem FC Barcelona, die Schlusslicht San Sebastian mit 2:0 (Tore: Kluivert und Xavi) besiegten. "Wir haben die Fähigkeiten einer großen Mannschaft gezeigt und aus wenigen Chancen zwei Tore gemacht", kommentierte Heynckes den Erfolg seiner Mannschaft zufrieden. Julen Guerrero und Joseba Etxeberria sorgten für Athletics Sieg.

Ärger um Rivaldo


Obwohl der FC Barcelona durch den Sieg in San Sebastian für wenigstens einen Tag die Tabellenspitze erobern konnte, herrscht bei den Katalanen neuer Ärger um den Stürmerstar Rivaldo. Der Brasilianer hatte sich nach seiner Verletzung gesund zurückgemeldet. Er wollte nach dem Spiel in San Sebastian nach Brasilien fliegen, um mit seiner Nationalelf das WM-Qualifikationsspiel gegen Chile zu bestreiten.

Nach einem Übereinkommen zwischen "Barca" und den Brasilianern darf Rivaldo nach seiner Verletzung erst dann wieder für die Nationalelf spielen, wenn er zuvor für seinen Club zum Einsatz gekommen ist. Barca-Trainer Carles Rexach machte den Brasilianern jedoch einen Strich durch die Rechnung. Er berief Rivaldo gar nicht erst in den Spielerkader.

Vor der Entlassung steht unterdessen der frühere Nationalspieler Andoni Goikoetxea als Trainer von Rayo Vallecano. Der Ex-Klub von Gerhard Poschner unterlag bei Espanol Barcelona 1:3 und steht mit nur einem Punkt gemeinsam mit San Sebastian am Tabellenende. Bernd Krauss und Real Mallorca treten am Sonntagabend gegen FC Villarreal an.