Spendengelder: Matthäus begleicht seine Schuld - DER SPIEGEL
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Spendengelder Matthäus begleicht seine Schuld

Fast drei Jahre ließ sich Lothar Matthäus Zeit. Nun hat der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler die versprochenen Spenden aus seinem Abschiedsspiel überwiesen. Die Klage gegen seinen ehemaligen Club Bayern München ist jedoch noch nicht aus der Welt.
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München - Matthäus hat am Dienstag einen Teil der Erlöse aus seinem Abschiedsspiel für wohltätige Zwecke gespendet. Der 42-Jährige überreichte in München insgesamt 306.200 Euro an fünf karitative Einrichtungen. "Ich bin froh, dass das geklärt ist", sagte der Weltmeister von 1990.

Genau 102.400 Euro gehen an die Egidius-Braun-Stiftung des DFB. Die gleiche Summe dient dem Bau eines SOS-Kinderdorfes in Serbien. Die Organisation "Keine Macht den Drogen" erhält 51.200 Euro. Jeweils 25.600 Euro werden an Stefan Effenbergs Kinderhilfsprojekt "Help me" in Thailand sowie an die bayerische Landesanstalt für Körperbehinderte überwiesen.

Matthäus betonte, dass die Auseinandersetzungen mit seinem Ex-Club über die Abrechung seines Abschiedsspiels vom 26. Mai 2000 eine frühere Spendenübergabe verhindert habe. "Es fehlen heute noch wichtige Dokumente, und ich weiß nicht, wann sie mir oder meinem Management zur Verfügung gestellt werden", sagte der Sportdirektor von Partizan Belgrad.

Klage gegen Bayern noch nicht zurückgenommen

Er habe sich aber entschieden, nicht mehr bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts zu warten, sondern die Spenden jetzt zu übergeben, sagte Matthäus. "Heute würde ich die Spendenabwicklung nicht mehr vom korrekten Verhalten Dritter abhängig machen", entschuldigte sich der ehemalige Gladbacher für die verzögerten Überweisungen.

Wie Matthäus-Berater Georg Stanggassinger mitteilte, ruhe die beim Landgericht München I eingereichte Klage gegen den FC Bayern zur Zeit. Angeblich sind noch Zahlungen an den Rekordnationalspieler in Höhe von 500.000 Euro offen. Laut Stanggassinger gehe es in dem Verfahren jedoch "um Unterlagen und nicht um Geld". Matthäus hoffe, "dass es zu keinem Gerichtstermin kommt", betonte der Berater des 150-maligen Nationalspielers.

"Das macht mich mehr als traurig"

Man sollte vernünftig sein und sich an einen Tisch setzen, regte Matthäus an. "Was in den vergangenen zwei Jahren und zehn Monaten im Zusammenhang mit dem Spiel passiert ist, macht mich mehr als traurig", sagte der Franke. Ein persönlicher Brief an Bayern-Manager Uli Hoeneß sei nicht beantwortet worden.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sieht der möglichen Klage gelassen entgegen. "Ich glaube nicht, dass er da gut beraten wäre oder auch gut aussehen würde, wenn er gegen den FC Bayern klagt", sagte der frühere Münchner Profi.