St. Pauli - Köln: Schwarze Serie gestoppt - DER SPIEGEL
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St. Pauli - Köln Schwarze Serie gestoppt

Nach sieben Niederlagen in Folge konnte der 1. FC Köln am Samstag endlich mal wieder ein Spiel gewinnen.
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Hamburg - Mit 2:1 (2:0) siegten die Kölner im Bundesliga-Kellerduell beim Tabellenletzten aus Hamburg, wobei den Gästen vor 20.629 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion ein Doppelschlag zum Erfolg langte: Andrew Sinkala (28.) und Neuzugang Marc Zellweger (31.) nutzten Orientierungsprobleme in der St.-Pauli-Abwehr zur 2:0-Führung. Hamburgs Verteidiger Cory Gibbs (88.) gelang zwei Minuten vor Spielende lediglich der Anschlusstreffer. Die Gastgeber mussten in den letzten Sekunden mit zehn Spielern auskommen, da der eingewechselte Nico Patschinski wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah (90.).

Demuth verschlägt es die Sprache


Der FC St. Pauli, der die vierte Niederlage in Folge und die fünfte vor heimischer Kulisse hinnehmen musste, scheint in der gegenwärtigen Verfassung keine Chance auf den Klassenverbleib zu haben. "Wir sind mit dem Druck nicht fertig geworden. Die Mannschaft ist verunsichert, weil sie Woche für Woche verliert", so St. Paulis Co-Trainer Joachim Philipkowski. Chefcoach Dietmar Demuth war von der Pleite so mitgenommen, dass er zunächst wortlos in der Kabine verschwand.

Die Kölner indes schöpfen neue Hoffnungen im Abstiegskampf. "Es war überlebensnotwendig zu gewinnen", meinte Kölns Trainer Ewald Lienen. "Es ging darum, den letzten Strohhalm zu ergreifen." Mit den Blitzverpflichtungen dieser Woche - Kameruns Nationalmannschaftskapitän Rigobert Song und der Schweizer Zellweger - hat Lienen offenbar einen guten Griff getan. Nationalspieler Zellweger, der als Verteidiger für seinen Heimatverein St. Gallen zuletzt auf sieben Saisontreffer kam, trug sich gleich bei seinem Debüt in die Torschützenliste ein. Song verlieh der Abwehr mehr Stabilität. "Wir haben mit ein wenig Glück souverän gewonnen", urteilte Zellweger, "ich hoffe, es geht so weiter."

Unsicherer Bulat

Dagegen herrscht bei St. Pauli derzeit Notstand in Sachen Personal und Spielkultur. Ohne acht verletzte oder gesperrte Spieler präsentierten sich die Hamburger schwach. Gegen die aus einer massierten Abwehr auf Konter setzenden Kölner fand St. Pauli keine Mittel, spielte wie ein sicherer Absteiger. Unsicherster Akteur der Braun-Weißen war Torwart Tihomir Bulat.

Dem ersten Gegentor leistete der Kroate Vorschub, als er unsicher durch den Strafraum irrte und Sinkala per Kopf traf. Wenig später schoss er Jörg Reeb an, doch der Kölner wollte den Ball offenbar nicht einfach ins Tor hineintreten und zirkelte den Ball aus 16 Metern knapp am rechten Winkel vorbei (38.). Beim 0:2 war nicht nur Bulat, sondern die gesamte Hamburger Abwehr nicht im Bilde: Nach Reichs Freistoß drückt Zellweger den Ball trotz Doppelbewachung über die Linie.

Der 1. FC Köln hätte bei konsequenter Chancenverwertung zur Pause mit 4:0 führen müssen, doch Matthias Scherz (11.) sowie Thomas Cichon (12.) trafen nicht. Nach dem Seitenwechsel schnürten die Norddeutschen den FC nahezu in dessen Strafraum ein, aber Marcao (56./63.), Amadou (62.), der die Latte traf, und Gibbs (77.) konnten den Ball nicht im Gehäuse von Markus Pröll unterbringen. Der Anschlusstreffer zwei Minuten vor dem Abpfiff fiel zu spät.

FC St. Pauli - 1. FC Köln 1:2 (0:2)
0:1 Sinkala (29.)
0:2 Zellweger (32.)
1:2 Gibbs (87.)
FC St. Pauli: Bulat - Stanislawski, Gibbs, Amadou (75. Patschinski) - Held (65. Baris), Berre (43. Rath), Bürger, Rahn, Meggle - Cenci, Marcao
1. FC Köln: Pröll - Zellweger, Cichon, Song, Cullmann, Sinkala (80. Lottner) - Reeb (59. Dziwior), Springer - Scherz, Kurth, Reich (84. Sichone)
Schiedsrichter: Merk (Kaiserslautern)
Zuschauer: 20.735 (ausverkauft)
Rote Karte: Patschinski (St. Pauli) wegen groben Foulspiels (89.)
Gelbe Karten: Amadou (3), Meggle (4), Berre - Cullmann (2), Sinkala (2), Reich, Zellweger