Stadionrandale: Innenminister verärgert über DFB - DER SPIEGEL
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Stadionrandale Innenminister verärgert über DFB

Die Krawalle beim Bundesligaspiel Frankfurt gegen Nürnberg haben den Streit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und den Innenministern verschärft. Grund sind die neuen Stadionrichtlinien, die seit 31. März gelten. Der DFB verteidigt seinen Kurs der Deeskalation.
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Hamburg - In den Stadionrichtlinien wurden einige Bestimmungen gelockert, um Fans den Aufenthalt im Stadion attraktiver zu machen. Man setze auf "Liberalität und Öffnung", und wolle "jungen Leuten wieder eine Chance geben", sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. Die Innenminister dagegen sind nach SPIEGEL-Informationen sauer, weil die neuen Bestimmungen ohne Rücksprache mit ihnen erlassen worden seien. Sie stört vor allem, dass die Dauer der Stadionverbote für Gewalttäter von fünf auf drei Jahre reduziert wurde. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der Brandenburger Jörg Schönbohm (CDU), hat deshalb DFB-Chef Theo Zwanziger für nächste Woche zum Gespräch gebeten.

Der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn verteidigt den Deeskalationskurs seines Verbandes. "Wir wollen nicht, dass wir Hochsicherheitstrakte in den Stadien errichten und sich im ungünstigsten Fall die Zuschauer zur Kontrolle ausziehen müssen", sagte Spahn der "Frankfurter Rundschau".

Nach den Krawallen beim Spiel Frankfurt gegen Nürnberg (1:3) am 5. April sehe er keine neue Stufe der Eskalation. "Es ist aber sicher so, dass wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können, sondern die Dinge genau analysieren und eventuell reagieren müssen", sagte Spahn, der zudem Vorsitzender der von DFB und Deutscher Fußball Liga (DFL) gegründeten Task Force im Kampf gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

In Frankfurt hatten Nürnberger Zuschauer Feuerwerkskörper entzündet, die Partie musste für gut 20 Minuten unterbrochen werden. Das DFB-Sportgericht verurteilte den 1. FC Nürnberg zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro. Die Eintracht muss wegen "mangelnden Schutzes des Schiedsrichters, der Schiedsrichter-Assistenten und des Gegners in Tateinheit mit einem unsportlichen Verhalten" 25.000 Euro zahlen.

Eine mögliche Abschaffung der Stehplätze sei trotz der jüngsten Ausschreitungen kein Thema, so Spahn. "Das wollen wir gar nicht. Aber wenn wir ständig in Stehplatzbereichen Probleme bekommen, müssen wir auch darüber nachdenken, ob diese Bereiche noch adäquat sind."

Spahn verweist auf die Verantwortung der Vereine. "Wir halten die Clubs auch dazu an, die Kontrollen der Gastbereiche konsequent durchzuführen", so Spahn. Häufiger würden sich Fans im eigenen Stadion gut verhalten, auswärts dann aber über die Stränge schlagen.