Stefan Effenberg: "Rückkehr ist ausgeschlossen" - DER SPIEGEL
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Stefan Effenberg "Rückkehr ist ausgeschlossen"

Nach der Gala von Madrid mehren sich die Stimmen, die eine Rückkehr von Stefan Effenberg in die deutsche Nationalmannschaft fordern. Doch für den Mittelfeldstrategen von Bayern München ist das Kapitel abgehakt.
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München - Stefan Effenberg hat die neue Diskussion um sein Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Schnellverfahren beendet. "Für die EURO habe ich schon Urlaub gebucht, eine Rückkehr ist völlig ausgeschlossen. Wenn man etwas macht, muss es auch sinnvoll sein", sagte der Kapitän des FC Bayern München im "Kicker". Zwei Tage nach dem 4:2-Triumph des deutschen Meisters bei Real Madrid übte er erneute Kritik an der Nationalmannschaft. "Wir sind in Madrid hervorragend eingestellt worden und werden von Spiel zu Spiel perfekt eingestellt", meinte Effenberg. Beim FC Bayern hätten die Nationalspieler Spaß, "ich glaube, in der Nationalelf ist es nicht so."

Der Bayern-Sieg am Dienstag im Bernabeu-Stadion führte auch bei den aktuellen Nationalspielern zu kritischen Betrachtungen im Vergleich mit der Leistung des DFB-Teams bei der 1:2-Länderspiel-Niederlage gegen die Niederlande. Bei der Nationalelf werde alles negativ gesehen und nur negativ dargestellt, so Oliver Kahn im "Kicker", "da fehlt einfach die Lockerheit, alles ist verkrampft". Während der Nationaltorhüter ("Mit dem Trainer hat es nichts zu tun") Erich Ribbeck nicht in Frage stellt, ist Oliver Bierhoff davon überzeugt, dass sich zumindest die Debatte um den DFB-Teamchef vor der Europameisterschaft verschärfen wird. "Der Druck wird größer, auch für den Trainer. Aber eine Kurzschlussreaktion kurz vor der EM wäre Blödsinn", sagte der DFB-Kapitän der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung ".

Angesichts der Diskussion um Ribbeck, ausgelöst durch ein an die Öffentlichkeit geratenes Kabinengespräch in Amsterdam, sprach sich nach Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus auch Bierhoff für mehr Kommunikation im Team aus. "Gespräche mit den Spielern sind angebracht, und ich glaube, dass dies auch geschehen wird", sagte der Mittelstürmer, der die kritischen Äußerungen von Bundestrainer Uli Stielike über seine Leistung "nicht so ernst nimmt. Stielike ist in seinen Aussagen manchmal etwas patzig. Die Aussagen waren etwas zusammenhanglos. Manchmal glaubt man auch, durch solche Aussagen etwas Autorität zu zeigen."

Durch die dürftige Vorstellung des DFB-Teams und den großartigen Champions-League-Erfolg der Bayern mit einem überragenden Effenberg entbrannte wieder die Debatte um ein DFB-Comeback des 31-jährigen Mittelfeldspielers. "Man muss Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit er zurückkehrt", forderte Ex-Trainer Max Merkel in der "Bild". Effenberg, der nach der "Stinkefinger"-Affäre bei der WM 1994 verbannt wurde und 1998 nach einem Kurz-Comeback seine Länderspielkarriere beendete, will in Zukunft seine freie Zeit der Regeneration und Familie widmen.

"Viele machen eine Rolle rückwärts und dann wieder vorwärts. Aber Effenberg hat eine klare Entscheidung getroffen, die steht", begrüßte Oliver Kahn nach dem Training am Donnerstag den Entschluss des 35fachen Nationalspielers und bezeichnete die neuerlichen Diskussionen in den Medien als "verlogen. Da hauen sie ihm die ganze Zeit aufs Maul. Und spielt er dann überragend, soll er wieder für die Nationalmannschaft spielen."