Stichwort Kokain
Hamburg - Bei Kokain handelt es sich um "eine weit verbreitete Droge mit hohem psychischen Abhängigkeitspotenzial" (Drogen- und Suchtlexikon, Berlin 1999). Die Anwendung ist illegal, außer für einige medizinische Eingriffe am Auge. Der Stoff steht nach Aussagen von Experten des Bundeskriminalamtes trotz staatlicher Bekämpfungsmaßnahmen unbegrenzt zur Verfügung.
Kokain - auch "Koks" oder "Schnee" genannt - wurde erstmals 1855 von einem Deutschen aus den Blättern des Cocastrauches hergestellt. In den zwanziger Jahren wurde es eine Modedroge für Künstler, Intellektuelle, Musiker und Schickeria. Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Droge in der Partyszene verbreitet.
Dort wird eine "Linie" pulverförmigen Kokains durch ein Papierröhrchen in die Nase hochgezogen. Auch das Einreiben ins Zahnfleisch oder das Rauchen werden praktiziert. Die Schleimhaut nimmt den Stoff leicht auf, wird aber bei dauerhaftem Konsum zerstört. Die Wirkung ist antriebssteigernd und enthemmend, Hunger, Ermüdung und Ängste verschwinden. Die Wirkung einer Prise hält etwa eine Stunde an. Nach dem Abklingen ist Niedergeschlagenheit häufig. Abhängige verlieren zunehmend die realistische Selbsteinschätzung und werden aggressiv. Eine Überdosis kann zum Gehirnschlag oder zum Herztod führen.
Das aus Kokain gewonnene "Crack" hat ein noch höheres Abhängigkeitspotenzial. Die Zahl der Konsumenten aller harter Drogen in der Bundesrepublik wird auf 200.000 bis 300.000 geschätzt, davon 90 Prozent in Westdeutschland und Berlin.