Stielike Der Trainer steht zum Teamchef
Mainz - Bundestrainer Uli Stielike hat sich der zunehmenden Kritik an der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestellt, aber einen Austausch von Teamchef Erich Ribbeck und seine eigene Ablösung noch vor der EM kategorisch abgelehnt. "Wer schlecht spielt, darf keinen Applaus erwarten", räumte Stielike im ZDF-"Sportstudio" ein. Auch der DFB und dessen Trainer wissen um die Gesetzmäßigkeiten des modernen Fußballs. "Trainer und Ergebnisse laufen immer parallel. Es ist klar, dass ein Trainer bei schlechten Spielen ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Aber zum jetzigen Zeitpunkt einen Trainer abzulösen, halte ich für völlig verfehlt", meinte der Ribbeck-Assistent.
Derweil stellten sich die Brüder Hoeneß demonstrativ hinter das Nationalteam. Bayern-Manager Uli Hoeneß bezeichnete es in der DSF-Sendung "Doppelpass" als "Heuchelei" und "absoluten Witz", dass die schlechte Leistung beim 1:1 gegen die Schweiz jetzt so hochstilisiert werde. Das Spiel "hätte nie stattfinden dürfen". Die Bayern-Spieler hätten schon Real Madrid im Kopf gehabt, wobei es "für jeden um mindestens 100.000 Mark geht", die Leverkusener die deutsche Meisterschaft und die Berliner die erneute Qualifikation für die Champions League. Da interessiere die Nationalspieler eine Test-Partie gegen die Schweiz "überhaupt nicht".
Hertha-Manager Dieter Hoeneß betonte: "Das, was jetzt läuft, ist keine konstruktive Diskussion." Mit der USA- und Mexiko-Reise im vergangenen Jahr und dem Spiel jetzt habe Ribbeck "Hypotheken übernommen". Deshalb habe sich der Teamchef die "Chance EM" auch verdient.