Strafanzeige Beschimpfte Effenberg einen Polizisten?
Wolfsburg - Stefan Effenberg sorgt wieder einmal für Wirbel. Der umstrittene Fußballer vom VfL Wolfsburg soll sich nach einem Bericht der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" in der vergangenen Woche eine wilde Verfolgungsjagd auf der Autobahn bei Braunschweig geliefert und anschließend einen Polizisten als "Arschloch" beschimpft haben. Wie die Polizei Braunschweig am Mittwoch bestätigte, hat ein Beamter Strafanzeige gegen Effenberg gestellt. Der Spieler dementierte: "Es gab weder eine wilde Verfolgungsjagd noch habe ich einen Polizisten als Arschloch bezeichnet. Und eine Strafanzeige habe ich bisher auch nicht erhalten."
Nach Effenbergs Darstellung waren die Geschehnisse am vergangenen Mittwoch wesentlich undramatischer: "Ich bin lediglich von der Polizei angehalten worden, habe meine Papiere gezeigt und bin, nachdem sie alles kontrolliert hatten, weiter gefahren." Bei der Braunschweiger Polizei hieß es dazu, dass die Anzeige gestellt sei, aber das Haus noch nicht verlassen habe.
In einer Pressemitteilung der Polizei hieß es, Effenberg sei sowohl in einer 120 km/h begrenzten Zone als auch in einem Baustellenbereich mit 80 km/h-Begrenzung mit "deutlich überhöhter Geschwindigkeit" gefahren. "Während der gesamten Kontrolle verhielt sich Herr Effenberg distanziert bis unfreundlich", so die Polizei. Die Beleidigung gegenüber dem Beamten sei im Wegfahren erfolgt.
Kein Kommentar vom VfL
Der Verein wollte sich zum Verhalten seines Stars nicht äußern. "Wir kommentieren das nicht, weil es sich offensichtlich um eine private Angelegenheit handelt", sagte VfL-Sprecher Kurt Rippholz. Der derzeit verletzte Effenberg ist seit dem Spiel in Mönchengladbach Kapitän, hatte zuletzt aber wegen schwacher Leistungen schlechte Kritiken bekommen. Der VfL Wolfsburg verhandelt derzeit mit Effenberg über eine Verlängerung des bis zum Saisonende laufenden Vertrags.
Die Liste der Effenberg-Verfehlungen ist lang. Einer der ersten unrühmlichen Höhepunkte war die berüchtigte "Stinkefinger-Affäre", als er bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA dem Publikum gegenüber eine abfällige Geste machte und vorzeitig abreisen musste. Für weiteren Wirbel sorgte im Oktober 2000 eine Auseinandersetzung in einer Münchner Discothek. Effenberg musste später 147.000 Mark zahlen, weil er einer Frau ins Gesicht geschlagen haben soll. Vor seinem Abschied
bei Bayern München sorgten seine umstrittenen Aussagen über Arbeitslose für Schlagzeilen.