Streit um Nachwuchsarbeit: Skibbe attackiert Bierhoff - DER SPIEGEL
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Streit um Nachwuchsarbeit Skibbe attackiert Bierhoff

DFB-Nachwuchskoordinator Michael Skibbe hat sich erneut vehement gegen eine Verpflichtung von Berti Vogts als Technischer Direktor ausgesprochen und heftige Kritik an Oliver Bierhoff geübt. Skibbe, unter Rudi Völler Assistenztrainer der DFB-Elf, warf dem Nationalmannschafts-Manager Unkenntnis vor.
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Hamburg - Die Vorwürfe von Bierhoff in Richtung der DFB-Nachwuchs-Abteilung, Konzepte abgekupfert zu haben, "sind absolut nicht nachvollziehbar. Da begibt er sich auf sehr dünnes Eis, denn im Nachwuchsbereich scheint er sich nicht auszukennen", sagte Skibbe in einem "Kicker"-Interview. Der 39-Jährige vermutet persönliche Motive hinter den Angriffen von Bierhoff. Dies liege zumindest nahe, so Skibbe: "Es sieht danach aus, dass nicht im Sinne der Sache gehandelt wird", denn das Konzept des DFB passe. "Es darf nicht um Personen gehen, sondern um Konzeptionen."

Deshalb brauche der DFB auch keinen Technischen Direktor, verdeutlichte Skibbe: "Wir sind mit der Position des Koordinators und dort mit meiner Person gut aufgestellt. Der DFB ist gut beraten, die eingeschlagene Konzeption, die in sich absolut stimmig ist, weiterzuführen."

Bierhoff nannte die Anschuldigungen von Skibbe haltlos. "Wir haben auch nach wie vor den Eindruck, dass einige Dinge von uns übernommen wurden", sagte Bierhoff und konnte sich eine Spitze gegen den renitenten DFB-Coach nicht verkneifen: "Wenn es diese Spielphilosophie angeblich bereits seit Jahren im DFB-Nachwuchsbereich gibt, konnte man sie aber bei seiner Mannschaft, die er als Bundestrainer betreut hat, nicht sehen".

Grundsätzlich sei er zwar froh, "dass sich etwas bewegt, dass sich alle einsetzen und dass wir Reaktionen hervorrufen", sagte Bierhoff weiter. Dies ändere aber nichts an den Plänen, die er zusammen mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann dem DFB klar dargelegt habe: "Und die sehen die Position eines Technischen Direktors vor, der aber nicht Michael Skibbe sein wird." Skibbe könne Jugendtrainer bleiben. Wunschkandidat sei weiterhin Vogts.

Skibbe stellte auch klar, dass er von seiner Position nicht abrücken werde. "Ich bin grundsätzlich sehr gerne beim DFB. Allerdings im Rahmen der im vergangenen Sommer verhandelten Vertragsinhalte. Ich erwarte, dass der DFB vertragstreu bleibt", sagte der "U20"-Nationaltrainer, der sich eine Zukunft unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann "vorbehaltlos" vorstellen kann. "Wir werden unserem Auftrag gerecht. Mir ist nicht klar, warum ausgerechnet von Seiten der A-Nationalmannschaft Kritik kommt."

Die Spielphilosophie im DFB-Nachwuchsbereich würde sich in weiten Teilen mit der von Klinsmann decken, so Skibbe. "Das forcieren wir in allen Mannschaftsteilen schon seit Jahren. Das ist nachprüfbar." Bierhoff hatte auch von mangelnder Konzeption gesprochen. Dies könne man daran festmachen, dass es außer Christian Pander keinen jungen Linksfuß gebe. "Auch da liegt Bierhoff völlig daneben. Es gibt selbst junge A-Nationalspieler, die ihm eigentlich geläufig sein sollten", konterte Skibbe und führte Philipp Lahm, Tobias Rau und Christian Schulz als Beispiele an.