Streitfall Hildebrand "Völlig verkehrtes Thema"
Hamburg - Die schweren Vorwürfe, die Timo Hildebrand im SPIEGEL-ONLINE-Interview gegen den Trainerstab erhoben hat, sind auf Mallorca offiziell kein Thema. "Wir wollen die Aussagen von Timo nicht kommentieren", sagt Teammanager Oliver Bierhoff, "es gibt vor jedem Turnier Spieler, die es nicht in den Kader schaffen. Auch auf die Spieler bezogen, die am Mittwoch nicht für den endgültigen Kader nominiert werden, kann von einer Ausbootung keine Rede sein. Das ist das völlig verkehrte Thema und der falsche Begriff", so Bierhoff weiter.
Knapp zwei Wochen vor Beginn der EM in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) wollen die Offiziellen offenbar mit aller Macht Konflikte von der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fernhalten. Torwarttrainer Andreas Köpke, der Hildebrand die unangenehme Kunde von der Nichtberücksichtigung anstelle von Nationaltrainer Joachim Löw überbracht hatte, wird in den nächsten Tagen keine Interviews geben.
Unterdessen geht der Kampf um einen der Plätze für den 23-köpfigen Kader weiter. Am Mittwoch muss Löw bis 12 Uhr bei der Uefa das endgültige Aufgebot einreichen. Nach dem Spiel gegen Weißrussland am Dienstag in Kaiserslautern (17.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird der Bundestrainer am Mittwochmorgen auf Mallorca die drei Spieler zum Einzelgespräch bitten, die die EM vom Fernseher aus verfolgen werden.
"Am Mittwoch müssen wir den Kader bekannt geben. Insofern ist das Spiel gegen Weißrussland und die Trainingseinheit am Dienstag in Homburg die letzte Chance herauszufinden, wer am Ende nicht dazugehört", sagte Bierhoff.
Fraglich ist derzeit auch, ob Tim Borowski dem endgültigen EM-Kader angehören wird. Seit Wochenbeginn laboriert der künftige Münchner an einer Magen-Darm-Infektion. Auch der Berliner Arne Friedrich leidet an Magenproblemen. Keeper René Adler leidet unter den Folgen einer Beckenprellung. Ob die angeschlagenen Spieler mit nach Kaiserslautern reisen oder zur Behandlung auf Mallorca bleiben, ließ Bierhoff offen.
ruf/sid