Stuttgart - Dortmund 0-2: Rangnicks Überlebenskampf - DER SPIEGEL
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Stuttgart - Dortmund 0-2 Rangnicks Überlebenskampf

Für Ralf Rangnick wird es immer enger. Zum Erhalt seines Arbeitsplatzes helfen Stuttgarts Trainer nur noch Siege.
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Stuttgart - Der neue VfB-Präsident Manfred Haas legte nach der ersten Heimpleite dieser Saison den Rückwärtsgang ein. "Ich kann mich nicht ständig zur Trainerfrage äußern", gab sich der Mayer-Vorfelder-Nachfolger wenig auskunftsfreudig und verwies knapp auf eine "Diskussionsrunde" mit dem Präsidium. Immerhin konnte sich der Vereinschef nach der "ganz bitteren Niederlage" noch zu der Aussage durchringen, dass Coach Rangnick am Dienstag im Uefa-Cup-Rückspiel gegen Feyenoord Rotterdam noch auf der VfB-Bank sitzen werde.

Soweit wollte Teammanager und Vorstandsmitglied Karl-Heinz Förster nach zuletzt elf Spielen mit nur einem Sieg nicht gehen: "Wir brauchen Zeit zum Analysieren. Ich will in der jetzigen Situation nicht die Frage beantworten, wie es mit dem Trainer aussieht." Der frühere Nationalspieler verwies allerdings Spekulationen ins Reich der Fabel, nach denen Otto Rehhagel Kandidat auf die Nachfolge Rangnicks sein soll. Auch der Oldie-Coach dementierte jegliche Kontakte zu den Schwaben.

Viele der 30.000 Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion hatten während der 90 Minuten aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht und die erschreckend schwache Leistung der auch finanziell angeschlagenen Stuttgarter mit "Rangnick raus"-Rufen quittiert. Besonders hart dürfte den seit Mai 1999 im Amt befindlichen VfB-Coach das Mitleid seines Kollegen Matthias Sammer getroffen haben. "Es tut schon weh, das hier zu sehen", sagte der BVB-Trainer, der 1992 mit Stuttgart die deutsche Meisterschaft errungen hatte.

Insbesonders die Leistung der Hausherren in der ersten Hälfte glich einem Offenbarungseid. Eine halbe Chance durch Sean Dundee (42.) belegt die VfB-Harmlosigkeit. Vom Schock des frühen Rückstands nach Dedes erstem Saisontreffer (5.) erholten sich die Gäste lange Zeit nicht. Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand nahm den Treffer auf seine Kappe: "Ich habe uns auf die Verliererstraße gebracht."

In der Drangphase der zweiten Halbzeit markierte Miroslav Stevic per Foulelfmeter (64.) die Entscheidung; Hildebrand hatte Otto Addo im Strafraum zu Fall gebracht. "Über die Art und Weise unserer Vorstellung müssen wir sprechen", drohte Rangnick, "man hat gesehen, dass uns nach dem Gegentreffer zum 0:2 die Substanz gefehlt hat, die Partie noch zu drehen."

Auch Regisseur Krassimir Balakow konnte im zweiten Spiel nach seiner Begnadigung durch Rangnick keine Akzente setzen und war bei Stevic abgemeldet. "Wir brauchen aus den drei Bundesliga-Spielen bis zur Winterpause mindestens sechs Punkte", weiß Rangnick und gab sich kämpferisch: "Von mir aus werde ich nicht aufgeben."


VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)
0:1 Dede (5.)
0:2 Stevic (64., Foulelfmeter)
Stuttgart: Hildebrand - Endreß (46. Kauf), Bordon, Carnell - Pinto, Thiam, Soldo, Balakow, Gerber (68. Seitz) - Dundee, Ganea (72. Vaccano)
Dortmund: Lehmann - Wörns, Oliseh, Kohler - Evanilson, Stevic, Ricken (88. Nerlinger), Dede, Heinrich - Bobic (60. Addo), Reina (72. Tanko)
Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)
Zuschauer: 25.000
Gelbe Karten: Hildebrand (3) - Dede (4), Kohler (2)

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