Stuttgart - Rostock Endlich Tore in Stuttgart
Stuttgart - Ein verwandelter Elfmeter von Krassimir Balakow und ein spätes Tor von Joker Viorel Ganea haben dem VfB Stuttgart die ersten Heimtreffer in dieser Saison und ein 2:1 (0:1) gegen Hansa Rostock gebracht. Die Schwaben konnten zum Auftakt des Cannstatter Volksfestes im vierten Anlauf einen Erfolg im Daimler-Stadion feiern. Weiter auf ihren ersten Bundesliga-Sieg in Stuttgart warten müssen die Gäste. Hansas schwedischer Abwehrchef Andreas Jakobsson hatte vor 19.500 Zuschauern die Rostocker in Führung gebracht (11.). Balakow sorgte in der 54. Minute für den verdienten Ausgleich, ehe der eingewechselte Ganea das 2:1 (85.) erzielte.
Kein Freibier für die Fans
VfB-Abwehrspieler Marcelo Bordon (Gelb-Rot/59.) musste ebenso frühzeitig vom Platz wie Rostocks Marcus Lantz (64.), der wegen einer Tätlichkeit an Silvio Meißner Rot sah. Den VfB-Verantwortlichen blieb die Ausführung einer PR-Aktion erspart: Bei einem weiteren torlosen Spiel von Felix Magaths Mannschaft hätten sich die Fans ab Montag auf der Geschäftsstelle einen Gutschein für ein Maß Bier für das Volksfest abholen können. Magath hätte sich sogar ein Abend lang selbst hinter den Zapfhahn gestellt.
Wütender Funkel
Rostocks Trainer Friedhelm Funkel war über den Strafstoß so verärgert, dass er nicht zur Pressekonferenz erschien und jeglichen Kommentar zum Spiel verweigerte. "Da kommen sehr, sehr schwere Wochen auf uns zu", meinte Mittelfeldspieler Rayk Schröder und übte deutliche Selbstkritik: "Das war richtig, richtig blind, wie wir das 1:2 gekriegt haben." VfB-Coach Magath war dagegen "froh, dass wir mit 12 Punkten ein bisschen Abstand zu den Abstiegsplätzen haben". In der nächsten Begegnung beim FC Bayern München müssen die Stuttgarter nun ausgerechnet auf ihre Routiniers Bordon und Zwonimir Soldo (5. Gelbe Karte) verzichten. Magath: "Das trifft uns sehr schwer."
Die Rostocker - wieder mit stark aufspielenden Kapitän Rene Rydlewicz - versteckten sich zunächst nicht und hatten gleich ein Erfolgserlebnis: Jakobsson traf mit einem Freistoß aus 20 Metern genau in den Winkel. Der VfB demonstrierte zu Beginn, weshalb er bis dahin zu Hause drei Mal 0:0 spielte: Die Stürmer Jochen Seitz und Adhemar konnten sich kaum in Szene setzen. So fehlten Spielmacher Krassimir Balakow und seinem flinken Nebenmann Alexander Hleb die Anspielstationen. Zwar hatten die Stuttgarter eine Reihe von Freistößen, machten aber nichts daraus.
Fragwürdiger Strafstoß
Meißner vergab die beiden größten Chancen des ersten Durchgangs: Erst schoss er nach einem präzisen Zuspiel von Hleb haarscharf am rechten Pfosten vorbei (29.), dann rutschte er an einer Adhemar-Flanke vorbei (40.). Kurz nach Wiederanpfiff hatten die Schwaben den Torschrei bereits auf den Lippen, doch Kapitän Zvonimir Soldo köpfte freistehend nach einem Eckball am Rostocker Tor vorbei.
Der VfB wurde immer stärker, und zur Überraschung vieler Zuschauer entschied Schiedsrichter Keßler (Höhenkirchen) dann auf Strafstoß: Doch Sven Benken hatte den Brasilianer Adhemar am Trikot festgehalten. Balakow verwandelte gewohnt sicher zum verdienten Ausgleich. In der hektischen letzten halben Stunde mit den Platzverweisen für Lantz und Bordon vergab zunächst der eingewechselte Viorel Ganea die Riesenchance zum Siegtor, machte dann aber mit seinem Flachschuss ins Rostocker Netz alles wieder gut.
VfB Stuttgart - Hansa Rostock 2:1 (0:1)
0:1 Jakobsson (11.)
1:1 Balakow (54., Foulelfmeter)
2:1 Ganea (85.)
Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Rui Marques, Bordon, Carnell - Meißner, Soldo, Hleb (89. Todt), Balakow - Seitz (74. Tiffert), Adhemar (76. Ganea)
Rostock: Schober - Benken, Jakobsson, Oswald - Schröder, Rydlewicz, Wibran, Lantz, Lange - di Salvo (68. Baumgart), Beierle (81. Salou)
Schiedsrichter: Keßler (Höhenkirchen)
Zuschauer: 15.000
Rote Karte: Lantz nach einer Tätlichkeit (64.)
Gelb-Rote Karte: Bordon wegen wiederholten Foulspiels (59.)
Gelbe Karten: Soldo (5), Tiffert (2), Rui Marques, Meißner - Schröder (3), Benken, Lange