Stuttgart-Trainer Babbel: "Er ist jung und hungrig" - DER SPIEGEL
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Stuttgart-Trainer Babbel "Er ist jung und hungrig"

Keine Ausnahme für den Ex-Nationalspieler: Viele VfB-Spieler brechen eine Lanze für Interimstrainer Markus Babbel. Doch die DFB-Statuten sehen vor, dass jeder Bundesliga-Trainer die Trainerlizenz erwirbt. Das ruft die Kritiker auf den Plan.
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Hamburg - Die fehlende Trainerlizenz bedroht die berufliche Zukunft von VfB-Teamchef Markus Babbel, doch die Stuttgarter Profis werben mit Nachdruck für ihn als Dauerlösung. Torjäger Mario Gomez beschrieb die Zusammenarbeit mit dem Neuen auf der Trainerbank knapp als "sehr gut". Auch Mittelfeldspieler Jan Simak lobte: "Alles klappt."

Interimstrainer Babbel: Keine Extrawurst für ehemalige Nationalspieler

Interimstrainer Babbel: Keine Extrawurst für ehemalige Nationalspieler

Foto: DDP

Mit dem verdienten Remis gegen Rekordmeister Bayern München (2:2) bestand der Nachfolger von Armin Veh auch die bislang härteste Prüfung. "Er bringt neuen, frischen Wind. Er ist jung und hungrig", lobte Hoffnungsträger Sami Khedira den 36-Jährigen, der den VfB Stuttgart zu zwei Siegen und zwei Unentschieden geführt hat.

Auch Jens Lehmann hat der gebürtige Münchner auf seiner Seite. "Ich hoffe, dass Markus Babbel auch in der Rückrunde unser Trainer bleibt. Er macht seine Sache sehr gut", sagte der ehemalige Nationaltorhüter der "Sport-Bild". "Es lief sehr gut an. Er hat das Kommando. Und die Anweisungen, die er gegeben hat, haben wir gut umgesetzt", erklärte Kapitän Thomas Hitzlsperger.

Nach dem letzten Uefa-Cup-Gruppenspiel am Donnerstag gegen Standard Lüttich (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) will der Verein bekanntgeben, ob Babbel bleiben darf. Bislang lautete die Sprachregelug, dass er das Amt nur kommissarisch bis Ende des Jahres innehabe.

Allerdings fehlt Babbel die nötige Trainerlizenz, und ohne den erforderlichen Schein darf er nicht über das Saisonende hinaus Teamchef bleiben. Matthias Sammer, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes, betonte, dass auch Babbel deshalb spätestens in der neuen Spielzeit zum elfmonatigen Trainerlehrgang in Köln antreten müsse.

"Jetzt wird ihm von vornherein eine Chance genommen", sagte VfB- Sportdirektor Horst Heldt. "Wir müssen dann vielleicht einen Trainer holen, den wir gar nicht haben wollen, weil keiner auf dem Markt ist." Auch Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der sich bislang immer für eine verbesserte Trainerausbildung stark gemacht hat, forderte jüngst eine Ausnahmeregel. "Der Sonderlehrgang im Jahr 2000 war für die Welt- und Europameister und Markus Babbel ist nach wie vor einer der letzten Europameister", sagte der Bayern-Trainer in der vergangenen Woche. "Er konnte damals wie auch Lothar Matthäus nicht teilnehmen, weil er selber noch gespielt hat. Bei Lothar hat man einen Parallelkurs gemacht, genauso gehört sich das bei Markus Babbel." Babbel selbst schiebt die Diskussion noch beiseite, sagte aber den "Stuttgarter Nachrichten" zufolge: "Ich glaube, Jürgen sieht die Sache gar nicht so verkehrt."

ruf/dpa