Stuttgart - Wolfsburg 2-5: Akpoborie trifft dreimal - DER SPIEGEL
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Stuttgart - Wolfsburg 2-5 Akpoborie trifft dreimal

Ausgerechnet Jonathan Akpoborie hat seinem alten Klub VfB Stuttgart im Kampf um einen internationalen Startplatz einen herben Dämpfer versetzt.
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Stuttgart - Jonathan Akpoborie konnte den Trubel um seine Person gar nicht verstehen: "Ich habe nur drei Tore geschossen. So gut war ich doch gar nicht", stellte der Torjäger vom VfL Wolfsburg fest. Trotz aller Bescheidenheit war der Nigerianer mit deutschem Pass mit seinem Dreierpack beim 5:2 (2:2)-Erfolg der "Wölfe" bei seinem alten Klub VfB Stuttgart der "Mann des Tages" und bescherte den Schwaben bei seiner Rückkehr in das Gottlieb-Daimler-Stadion als Zugabe auch noch zwei bemerkenswerte Negativ-Marken.

Es war für Stuttgart die 400. Heimniederlage in der Bundesliga. Zudem stellte der VfB mit der achten Heimschlappe der Saison einen Vereins-Negativrekord auf. Noch schwerer wiegt allerdings die Tatsache, dass Stuttgart nach zuletzt zwei Siegen den Kontakt zu den Uefa-Cup-Plätzen zu verlieren droht. Der direkte Konkurrent Wolfsburg (41 Punkte) zog an den Schwaben (39) vorbei. "Das war für uns eine furchtbar bittere Niederlage. Wir waren selber Schuld und haben den Sieg mit beiden Händen hergeschenkt", sagte VfB-Trainer Ralf Rangnick, der in dem Verkauf von Akpoborie vor dieser Saison allerdings keinen Fehler sieht. "Er hat sich in Stuttgart nie richtig wohl gefühlt, hatte Probleme mit den Fans und mit dem Verein. Er hat hier nie die Leistung gezeigt, zu der er fähig ist. Was mich ärgert, ist nicht die Tatsache, dass Johnny drei Tore gemacht hat, sondern dass wir alle drei vorbereitet haben", sagte Rangnick und sprach damit die haarsträubenden Abwehrfehler seiner Mannschaft an.

Denn spätestens nach der 3:2-Führung durch Akpoborie (67.), die der 31-Jährige mit einer provokanten Geste in Richtung VfB-Fans feierte, brachen in der ohnehin schwachen Deckung der Stuttgarter alle Dämme. Noch einmal Akpoborie (84.) mit seinem zwölften Saisontreffer und Zoltan Sebescen (90.) stellten den Endstand her. Zuvor hatte der Deutsch-Nigerianer, für den Wolfsburg vor der Saison 2,8 Millionen Mark Ablöse bezahlt hatte, in der zehnten Minute die VfB-Führung durch Pawel Kuka (8.) ausgeglichen. Andrzej Juskowiak (22.) besorgte die 2:1-Gästeführung, die Svonimir Soldo noch vor der Pause ausglich. Die Entschuldigungen für die katastrophale Abwehrleistung waren dürftig. Ex-Nationalspieler Thomas Berthold: "So ein Spiel geschieht nur alle 25 Jahre - mit oder ohne Akpoborie." Rangnick wurde schon deutlicher. "Wenn man solche Fehler macht wie wir heute, muss man sich nicht wundern. Wer es nicht selber gesehen hat, kann so etwas wahrscheinlich gar nicht glauben", sagte der VfB-Coach, der in dieser Saison auf eigenem Platz noch keine zwei Siege in Folge bejubeln durfte. Auch der zuletzt überragende VfB-Torwart Franz Wohlfahrt erwischte einen rabenschwarzen Tag und sah vor allem bei Akpobories 3:2 nicht gut aus.

Die "Wölfe" (Trainer Wolfgang Wolf: "Wir haben hier voll auf Sieg gespielt") hatten dagegen nicht nur wegen des höchsten Saisonsieges allen Grund zur Freude. Ein internationaler Startplatz zum zweiten Mal in Folge ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Im Mittelpunkt stand allerdings der dreifache Torschütze. Wolf: "Wie das Leben so spielt, macht Johnny hier drei Tore. So etwas gibt es nur im Fußball."