Südafrika Verpatzte Generalprobe
Die jüngste sportliche Enttäuschung liegt erst wenige Monate zurück. Beim Afrika-Cup in Mali hatte sich die "Bafana, Bafana" (Die Jungs) enttäuschend präsentiert und war als Mitfavorit bereits im Viertelfinale an den Gastgebern gescheitert. Neben dem frühen K.o. sorgten auch zahlreiche Querelen im Umfeld der Mannschaft für Frust.
Auch nach der Ernennung von Südafrikas Fußball-Idol Jomo Sono zum Technischen Direktor kehrte keine Ruhe in der Nationalelf ein. Ausgestattet mit einem Fünf-Jahres-Vertrag und Kompetenzen von der U14 bis zum A-Team lieferte sich der 46-Jährige einen Machtkampf mit dem portugiesischen Trainer Carlos Queiroz, der schließlich zermürbt die Konsequenzen zog und seinen Rücktritt erklärte. Südafrikas Verband ernannte Sono umgehend zum neuen Chef des Afrikameisters von 1996.
Sono stellte bei seinem zweiten Engagement als Nationaltrainer nach einer kurzfristigen Tätigkeit 1998 gleich klar, was er nach dem Misserfolg in Mali erwartet: "Wir wollen, dass die Spieler wieder als Einheit auftreten, Kämpferherz zeigen und mit Würde das Nationaltrikot zeigen."
Aber auch auf sportpolitischer Ebene erlitt Südafrikas Fußball in den vergangenen Jahren Rückschläge. Im April 2001 schockte die Stadionkatastrophe im Ellis Park von Johannesburg mit 43 Todesopfern und über hundert Verletzten die Welt. Für Südafrika bedeutete dies zudem einen herben Dämpfer in den Bemühungen um die Zuschläge für die Afrika-Meisterschaft 2006 und die WM-Endrunde 2010. Denn Kritiker sehen durch das Unglück ihre Warnungen bestätigt, dass Südafrika noch nicht reif für Großveranstaltungen sei.
Bereits im Juli 2000 war die Kap-Republik im Rennen um die WM 2006 trotz massiver Unterstützung von Fifa-Boss Sepp Blatter knapp an Deutschland gescheitert. Obwohl Blatter nun für 2010 eine WM erstmals nach Afrika vergeben will, wird die Aufgabe für Südafrika nicht leichter. Denn Konkurrenten wie Marokko oder Ägypten haben sich bereits formiert.