Südkorea: Die Erben Bum Kun Chas - DER SPIEGEL
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Südkorea Die Erben Bum Kun Chas

Co-Gastgeber Südkorea will nicht nur auf organisatorischem Gebiet perfekte Arbeit leisten. Mit dem Heimvorteil im Rücken soll im sechsten Anlauf erstmals der Sprung in die zweite WM-Runde gelingen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Südkoreas holländischer Trainer Guus Hiddink hat klare Vorstellungen davon, wie seine Mannschaft ihr Minimalziel erreichen kann: "Wir müssen auf unserer Disziplin aufbauen, dann ist vieles möglich."

Alle Nationalspieler sind Profis in Korea oder der japanischen J-League. In den Topligen Europas oder Südamerikas hat sich kein Akteur dauerhaft durchsetzen können. Zuletzt probierte es Lee Dong Gook bei Werder Bremen, brachte es dort 2001 jedoch nur auf sieben Kurzeinsätze. In die Fußstapfen eines Bum Kun Cha, der zwischen 1978 und 1989 in der Bundesliga für Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen auf Torjagd ging und insgesamt 98 Treffer erzielte, konnte außerhalb Asiens niemand treten.

In der Heimat aber gibt es einen unumschränkten Superstar: Myung Bo Hong. "Südkoreas Lothar Matthäus", mit 123 Einsätzen Rekordnationalspieler seines Landes, verspricht seinen Anhängern bedingungslosen Einsatz: "Es ist meine letzte WM, ich werde kämpfen wie noch nie."

Vom Einsatz her waren die südkoreanischen Auftritte bei WM-Endrunden allerdings noch nie zu bemängeln. Was fehlte, waren vielmehr die technische Finesse und die internationale Erfahrung. In bislang 14 WM-Spielen vor der WM 2002 setzte es zehn Niederlagen bei vier Unentschieden.

Doch das Klischee des Fußball-Exoten haben die Südkoreaner längst abgestreift. Schon bei der WM 1994 in den USA hatte die deutsche Mannschaft als Titelverteidiger Mühe, sich in der Vorrunde gegen die Asiaten mit 3:2 zu behaupten.