Supercup: Wolfsburgs Nicklas Bendtner mit Glanzauftritt - DER SPIEGEL
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Nicklas Bendtner: Er kann auch treffen

Foto: Bongarts/Getty Images

Wolfsburgs Stürmer Bendtner Endlich glänzt er

Bislang hat er die Erwartungen in Wolfsburg nicht erfüllt. Beim Supercup-Sieg gegen Bayern wurde der eingewechselte Nicklas Bendtner nun zum Mann des Abends - kehrt bei ihm endlich Vernunft ein?
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Die Auswechselspieler des VfL Wolfsburg rannten sofort los zur Eckfahne, zu Nicklas Bendtner. Er hatte gerade mit seinem Ausgleichstreffer kurz vor dem Ende der regulären 90 Minuten die sicher geglaubte Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern verhindert. Beim Torschützen angekommen, begruben die Auswechselspieler ihn im Jubel unter sich. Die anderen Kollegen eilten nach und nach zu Bendtner.

Im anschließenden Elfmeterschießen wurde sein Glück vollkommen: Er verwandelte den letzten Versuch sicher. Die Wolfsburger holten den ersten Mini-Titel der Saison und durften sich dafür vor allem bei Bendtner bedanken. Das Publikum im Stadion am Mittellandkanal brüllte seinen Namen mit einer solchen Inbrunst, dass der Schrei vermutlich bis Braunschweig und Hannover hörbar war.

Auf dem Platz war von ihm bislang wenig zu sehen

Dabei kommt es nicht oft vor, dass Bendtner in Wolfsburg gefeiert wird. Genau genommen war das Spiel um den Supercup sein erster echter Glanzauftritt für den Klub aus Niedersachsen. Während sich über die Bedeutung des jährlichen Duells zwischen Meister und Pokalsieger streiten lässt, so hatte es doch großen Wert für Bendtner. Er betrieb Imagepflege und konnte sein geschundenes Selbstvertrauen polieren.

Seit einem Jahr spielt der Angreifer aus Dänemark in Wolfsburg, der Sinn dieses Transfers hat sich bislang nicht erschlossen. In 18 Bundesliga-Einsätzen - die meisten davon dauerten wie beim Supercup nur ein paar Minuten - gelang ihm nur ein Treffer. In der Europa League schoss er immerhin vier Tore in acht Spielen.

Aufsehen erregt Bendtner eher abseits des Spielfeldes. In seiner Zeit beim FC Arsenal wurde er fotografiert, wie er um vier Uhr morgens mit heruntergelassener Hose einen Nachtklub verließ. 2013 wurde er in Kopenhagen nach einer Alkoholfahrt festgenommen und flog für ein halbes Jahr aus der Nationalmannschaft. Zuletzt gab es Meldungen über einen angeblichen Rosenkrieg mit seiner Ex-Freundin. Dass Bendtner in sozialen Medien eine Kultfigur ist, hat weniger mit seinen Künsten als Fußballer zu tun als viel mehr mit den Skandalen und Auffälligkeiten des Lord - so lautet sein Spitzname.

"Für seine Karriere ist es fünf vor zwölf"

Im jüngsten Trainingslager der Wolfsburger in Donaueschingen wurde Bendtner zum Einzeltraining verdonnert, Grund war seine schlechte Leistung im Testspiel gegen Ajax Amsterdam. Dazu gab es eine öffentliche Ermahnung von Trainer Dieter Hecking: "Ich glaube, er kann noch lange auf gutem Niveau spielen. Aber für seine Karriere ist es fünf vor zwölf, und das weiß er", sagte Hecking über den 27 Jahre alten Angreifer.

Bendtners Kollegen stehen zu ihm, das zeigt das Jubelknäuel nach seinem Ausgleichstreffer gegen den FC Bayern, und das zeigen die Worte von Abwehrspieler Ricardo Rodriguez: "Es freut mich riesig, dass er das Tor macht. Er hatte keine einfache Zeit und hat den Treffer verdient." Die Verantwortlichen kommentierten Bendtners Auftritt mit weniger Euphorie. "Wir haben immer gesagt, dass er es grundsätzlich kann", sagte Sportchef Klaus Allofs.

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Supercup: Bendtner macht's für die Wölfe

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Aber das grundsätzliche Können reicht natürlich nicht, um im Profifußball zu bestehen, schon gar nicht beim ehrgeizigen VfL Wolfsburg. Trotzdem will der Verein mit dem schwer Erziehbaren geduldig sein. Bei einigen Spielern dauere es Jahre, bis sie den Durchbruch schafften, sagte Allofs. Nach den jüngsten Disziplinarmaßnahmen besteht sogar Hoffnung, dass Bendtner seine Lektion gelernt hat. "Seit sieben bis zehn Tagen hat er verstanden, was wir von ihm wollen", sagte Trainer Hecking. Dass Bendtner in der neuen Saison eine prägende Rolle spielt, ist dennoch unwahrscheinlich. Er ist nur Stürmer Nummer drei hinter Bas Dost und Max Kruse, den die Wolfsburger gerade für zwölf Millionen Euro von Mönchengladbach gekauft haben.

Nach dem Sieg gegen den FC Bayern stand Bendtner in der Interviewzone des Wolfsburger Stadions und hatte offensichtlich wenig Spaß daran, von einer Kamera zum nächsten Mikrofon geschleust zu werden. In hölzernem Englisch berichtete er von seinem Tor und davon, dass es schwer sei, den VfL Wolfsburg mit dem Rekordmeister aus München zu vergleichen. Eine letzte Frage noch, die Frage nach seinen persönlichen Zielen für die Saison: "Ich habe einige", sagte Bendtner. Aber die werde er natürlich nicht verraten.