Task Force: Rummenigge reicht's - DER SPIEGEL
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Task Force Rummenigge reicht's

Von Thomas Lötz
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gravenbruch - Die Personalien seien erledigt, sagte Karl-Heinz Rummenigge, als er am Montag im Mannschaftsquartier der deutschen Fußballnationalmannschaft in Gravenbruch bei Frankfurt eintraf. Doch offenbar gibt es im Umfeld des DFB-Teams immer noch Klärungsbedarf, auch nachdem Teamchef Rudi Völler nicht länger auch auf der Bank von Bayer Leverkusen sitzen wird.

Rummenigge jedenfalls eröffnete die Diskussion über ein mögliches Ende der Task Force oder zumindest seiner Tätigkeit für die "schnelle Eingreiftruppe", schon bevor das Gremium aus hochrangigen Vertretern des hiesigen Kicker-Gewerbes am Nachmittag mit dem umfassenden Programm zur Nachwuchsförderung den dritten und letzten Teil seines Konzeptes zur Rettung des deutschen Fußballs vorstellte. 45 Millionen Mark (20 Millionen mehr als bisher) sollen künftig jedes Jahr in die Nachwuchsförderung investiert werden. 440 Stützpunkte werden gegründet, mehrere hundert Trainer auf Honorarbasis eingestellt, um schon zehnjährige Talente bundesweit zu erfassen und zweimal pro Woche mit Sondertraining zu fördern.

"Wenn die Punkte abgearbeitet sind, dann muss man das vielleicht beenden", erklärte Rummenigge, der Sprecher der Task Force. Schließlich habe man sich bei der Aufnahme der Tätigkeit im Sommer darauf verständigt, dass sich die Arbeit der Eingreiftruppe mit der Vorlage des Gesamtkonzepts erledigt habe. Es sei klar, und das wisse man auch beim Deutschen Fußball-Bund, dass die Bundesligavereine, die Nationalmannschaft künftig deutlich tatkräftiger unterstützen würden. Aber, so Rummenigge, "ich weigere mich, die Task Force als eine Art Polizei des DFB zu sehen."

Teamchef Rudi Völler nahm die Vorlage seines ehemaligen Nationalmannschaftskollegen auf. "Trotz großer Kritik sollte man die Task Force nicht sterben lassen", erklärte der 40-jährige und schlug - möglicherweise auch mit Blickrichtung Rummenigge - vor, dass man die amtsmüden Mitglieder einfach austauschen sollte. Völler: "Ich gehe davon aus, dass die Task Force noch einige Zeit fortgeführt wird."