Teamchef-Debatte: Matthäus/Trapattoni nur Spekulation - DER SPIEGEL
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Teamchef-Debatte Matthäus/Trapattoni nur Spekulation

Nach der Absage von Christoph Daum für das Amt des Bundestrainer haben die DFB-Verantwortlichen für den heutigen Freitag eine Krisensitzung einberufen. Eine schnelle Lösung der Trainerfrage ist dabei nicht zu erwarten. Auch die mögliche Kombination Matthäus/Trapattoni wurde vom DFB ins Reich der Spekulationen verwiesen.
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Frankfurt am Main - Das Ringen um die Nachfolge des nach der EM-Pleite abgetretenen DFB-Teamchefs Erich Ribbeck setzt sich fort. Das DFB-Präsidium will am Freitagnachmittag in Frankfurt zusammentreten, um hinter verschlossenen Türen über die Besetzung des Trainer-Postens zu beraten. Es sei "bei realistischer Einschätzung" aber nicht mit einer Entscheidung noch am Freitag zu rechnen, sagte ein DFB-Sprecher. Ribbeck hatte die Konsequenzen aus der 0:3-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim EM-Vorrundenspiel gegen Portugal am Dienstag gezogen.

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sprach sich für Giovanni Trapattoni als Teamchef aus, nachdem er selbst als Assistenztrainer unter Trapattoni ins Gespräch gekommen war. Der DFB wies allerdings diese Überlegungen am Freitag als reine Spekulation zurück. Nach Matthäus nahm auch Kapitän Oliver Bierhoff Ribbeck gegen Kritik in Schutz.

Trapattoni, zuletzt beim AC Florenz und dem deutschen Publikum aus seinen drei Trainer-Jahren beim FC Bayern München bekannt, hatte zunächst als Interims-Kandidat gegolten. Nachdem Bayer-Leverkusen-Trainer Christoph Daum absagte, könnten Trapattonis Chancen gestiegen sein. Er selbst hatte erklärt, er sehe dieses Amt als Ehre an. Jupp Heynckes, derzeit Trainer bei Benfica Lissabon, gilt ebenfalls als ernsthafter Anwärter.

Matthäus sagte der "Welt" er stehe voll hinter der Trapattoni-Lösung: "Ihn wünsche ich mir", sagte der 39-Jährige. Trapattoni könne das Image des deutschen Fußballs "mit Sicherheit aufpolieren". Zu der Debatte, er selbst könne unter Trapattoni als Teamchef Co-Trainer werden, sagte Matthäus in dem Interview lediglich: "Ich freue mich auf meine Rückkehr nach New York." Dort spielt er für die New York/New Jersey MetroStars, sein Vertrag läuft aber noch in diesem Jahr aus.

Bierhoff machte fehlenden Teamgeist für das EM-Debakel verantwortlich. Zudem hätten hinter vielen wichtigen Spielern - etwa Matthäus - "Fragezeichen" gestanden, sagte der 32-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". Ribbeck sei nicht allein schuld. "Deswegen tut es mir sehr leid, dass Herr Ribbeck hier diese Prügel einstecken muss", sagte Bierhoff. "Ich glaube, es ist nett von ihm, dass er die Verantwortung auf sich nimmt, aber wir sitzen alle in einem Boot." Bierhoff sagte, er spüre nun "eine große Niedergeschlagenheit". "Auch für mich war es beschämend, wie wir hier aus dem Turnier ausgeschieden sind. Das ist wirklich sehr traurig, fast eine Schande, wie das passiert ist."

Auch Matthäus hatte Ribbeck bedauert. Zudem machte der Rekordnationalspieler deutlich, dass er nie zurück in die DFB-Elf gekommen wäre, wenn er die Entwicklung gekannt hätte.