Telespiele: Liga droht Netzer-Agentur mit Eigenvermarktung - DER SPIEGEL
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Telespiele Liga droht Netzer-Agentur mit Eigenvermarktung

Im Kampf gegen sinkende Einnahmen aus den Fernsehrechten für die Fußball-Bundesliga hat die DFL das Angebot des Vermarkters Infront abgelehnt. Der Verband der 36 Proficlubs drohte damit, die TV-Rechte künftig selbst zu verkaufen.
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Frankfurt am Main - Auf einer außerordentlichen Vollversammlung erteilten die Vereine der von Infront angekündigten Reduzierung der Fernsehgelder von vertraglich vereinbarten 295 Millionen auf 272,5 Millionen Euro für die Saison 2004/05 am Montag eine einstimmige Absage. Auch das Infront-Angebot einer Kürzung auf 277 Millionen Euro für die Spielzeit 2005/06 wurde abgelehnt. Für die laufende Saison zahlt Infront 290 Millionen Euro. Für 2005/06 sollten es laut Vertrag 300 Millionen Euro sein.

Für den Fall, dass die Schweizer Agentur, an der Günter Netzer beteiligt ist, ihre Option für eine Vertragsverlängerung zum 31. Dezember nicht ziehen sollte, kündigte DFL-Präsident Werner Hackmann die Vermarktung der Rechte in Eigenregie an. "Vom 1. Januar 2004 an wären wir frei, Verhandlungen in eigener Verantwortung zu führen. Ich bin sicher, dass wir mehr erzielen können", sagte Hackmann. Einstimmig abgelehnt wurde auch die von Infront erbetene Verlängerung der Optionsfrist bis zum 31. Januar 2004.

"Der Fußball boomt nicht nur in den Stadien, sondern auch bei allen Sendern. Und an diesem Boom wollen wir teilhaben. Alle 36 Clubs wollen mehr Geld verdienen. Wir haben auch mit Blick auf die WM 2006 ein gutes Produkt anzubieten", so Hackmann. Sollte Infront nicht weiter am Ball bleiben, müsste die DFL auch die Verträge mit dem DSF und dem Abo-Sender Premiere neu verhandeln. Premiere hatte gerade erst eine Verlängerung mit Infront um zwei weitere Jahres bis 2006 vereinbart. Lediglich der Vertrag der ARD hat auch bei einem Ausstieg von Infront weiter Gültigkeit.

Ein einstimmiges Votum gaben die Clubs für die Beibehaltung der Zentralvermarktung im Free-TV und Pay-TV ab. Jedoch soll die Möglichkeit einer Einzelvermarktung der "Neuen Medien" (Internet, Mobilfunk) geprüft werden.