Test-Turnier: Bayern zieht ins Endspiel gegen Barça ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Turnier in München: Vier Teams, zwanzig Tore

Foto: Christof Koepsel/ Bongarts/Getty Images

Test-Turnier Bayern zieht ins Endspiel gegen Barça ein

Das Traumfinale ist perfekt: Beim Turnier in München trifft der FC Bayern auf den FC Barcelona. Der Gastgeber bezwang den AC Mailand im Elfmeterschießen. Auch der Champions-League-Sieger aus Spanien setzte sich gegen den SC Internacional Porto Alegre aus Brasilien erst vom Punkt durch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der FC Bayern München bestreitet im letzten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison einen echten Härtetest. Die Gastgeber erreichten beim Turnier im eigenen Stadion durch ein 6:4 nach Elfmeterschießen (1:1, 1:1) gegen den italienischen Meister AC Mailand das Endspiel und treffen dort am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf den FC Barcelona. Der spanische Meister und Champions-League-Gewinner hatte sich 4:2 im Elfmeterschießen gegen den brasilianischen Spitzenclub Internacional Porto Alegre durchgesetzt.

Nach 90 Minuten hatte es 1:1 (1:1) zwischen den Bayern und Milan gestanden, dann vergab im Elfmeterschießen der Italiener Alberto Paloschi, der über das Tor schoss. Für die überlegenen Münchner, die am kommenden Montag ihr erstes Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig bestreiten, erzielte Toni Kroos (34. Minute) den Treffer in der regulären Spielzeit. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Bastian Schweinsteiger. "Wir haben heute gegen eine Wand gespielt. Aber die Mannschaft hat Geduld bewiesen", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel.

Kurz nach Spielbeginn hatte allerdings Milan Schwächen in der Münchner Abwehr genutzt. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte von Daniele Bonera tauchte Angreifer Zlatan Ibrahimovic frei vor Torhüter Manuel Neuer auf und verwandelte sicher (4.). Neuer war beim Gegentreffer chancenlos, reagierte aber wenig später hervorragend, als Antonio Cassano frei vor ihm auftauchte (12.).

Applaus für Neuer, Entwarnung für Robben

Der bei den Münchner Ultras umstrittende Neuer, der zum ersten Mal in der Münchner Arena das Trikot des FC Bayern trug, erhielt bei der offiziellen Vorstellung aller fünf Münchner Zugänge tosenden Beifall von den Rängen - und sogar Szenenapplaus bei Rückpässen.

Nach dem frühen Rückstand kamen die Bayern immer besser ins Spiel, vor allem Mario Gomez setzte die Abwehr des AC Mailand immer wieder unter Druck. Den Ausgleich erzielte dann allerdings der ebenfalls starke Kroos mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Die Vorlage dazu war vom neuen Rechtsverteidiger Rafinha gekommen. Der Brasilianer machte ein gutes Spiel und war torgefährlich, hatte zwei Minuten nach dem 1:1 aber mit einem Lattentreffer Pech.

Auch in der zweiten Halbzeit konnten die Münchner zahlreiche Chancen nicht nutzen. Für eine Schrecksekunde sorgte Arjen Robben: Der Niederländer blieb nach einem Foul von Taye Taiwo mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste in der 64. Minute ausgewechselt werden. Heynckes gab aber später Entwarnung: Es handele sich nur um eine Prellung, so der Bayern-Trainer. Ohne Robben und den derzeit verletzten Franck Ribéry fehlte es dem Spiel der Münchner in der Schlussphase an Ideen.

Bayern München - AC Mailand 6:4 (1:1, 1:1) n.E.
0:1 Ibrahimovic (4.)
1:1 T. Kroos (34.)
Bayern München: Neuer - Rafinha (71. J. Boateng), van Buyten, Badstuber, Lahm - Tymoschtschuk (64. Alaba), B. Schweinsteiger - Robben (64. Luiz Gustavo), T. Kroos, T. Müller - M. Gomez
AC Mailand: Abbiati - Abate (64. Thiago Silva), Nesta, Bonera, Taiwo (85. Oddo) - van Bommel - Gattuso (46. Ambrosini), Emanuelson (89. Pato) - K.-P. Boateng (64. Antonini) - Ibrahimovic (46. Paloschi), Cassano (64. Robinho)
Schiedsrichter: Sippel
Zuschauer: 69.000
Gelbe Karten: -

Barcelonas B-Team bezwingt Porto Alegre

Ohne Lionel Messi und Weltmeister Xavi bezwang der Champions-League-Sieger FC Barcelona zum Auftakt des Turniers in München den SC Internacional Porto Alegre 6:4 (1:0, 2:2, 2:2) nach Elfmeterschießen. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Pinto für Barcelona.

Vor 66.000 Zuschauern in München trafen Thiago Alcántara (14. Minute) und Jonathan dos Santos (63.) für Barcelona. Nei (56.) und Leandro Damiao (85.) glichen für die Brasilianer mit den ehemaligen Bundesligaprofis Tinga (Borussia Dortmund) und Andres D'Alessandro (VfL Wolfsburg) zweimal aus.

Das Starensemble aus Barcelona war erst am Spieltag aus Spanien nach München angereist - unter anderem ohne Urlauber Messi. Trainer Pep Guardiola ließ neben Spielmacher Xavi auch Kapitän Carles Puyol und Gerard Piqué nur zuschauen. Stattdessen durften Talente wie die Torschützen Thiago (20 Jahre) und Dos Santos (21) vorspielen. Geführt wurde das B-Team wenigstens eine Spielhälfte lang von Weltmeister Andrés Iniesta, der mit einem Freistoß auch das erste Tor einleitete.

Porto Alegre konnte erst nach der Pause das Spiel offen gestalten und glich durch Nei und einen Kopfball von Damiao jeweils aus. Das Turnier hatte mit einer Gedenkminute für die 76 Opfer der Attentate in Norwegen begonnen.

FC Barcelona - Internacional PA 6:4 (1:0, 2:2) n.E.
1:0 Thiago Alcantara (15.)
1:1 Nei (55.)
2:1 J. dos Santos (63.)
2:2 Leandro Damiao (82.)
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 66.000
Gelbe Karten: Busquets - Rodrigo Moledo

luk/dpa/dapd