Theo Zwanziger attackiert Fifa-Ermittler - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Verfahren wegen WM-Affäre Zwanziger attackiert Fifa-Ermittler

Die Fifa ermittelt in der WM-Affäre gegen Franz Beckenbauer, Wolfgang Niersbach - und auch Theo Zwanziger. Der Ex-DFB-Präsident wehrt sich empört: Er habe doch versucht, den Skandal aufzuklären.
Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger
Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger

Foto: Thomas Frey/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Affäre um die WM-Vergabe 2006 hat die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa offiziell Ermittlungen gegen die deutschen WM-Macher um Franz Beckenbauer eingeleitet. Das Verfahren richte sich zudem gegen Wolfgang Niersbach, Helmut Sandrock, Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Stefan Hans, teilte die Fifa mit.

Während es bei Niersbach und Sandrock laut Ethikkommission um die Verletzung bestimmter Verhaltensregeln geht, wird gegen Beckenbauer, Schmidt, Zwanziger und Hans wegen möglicher Schmiergeld- und Korruptionsvergehen ermittelt. Ex-DFB-Präsident Zwanziger wehrt sich empört gegen die Vorwürfe.

SPIEGEL ONLINE: Herr Zwanziger, wie bewerten Sie das Verfahren, das die Fifa-Ethikkommission gegen Sie, Wolfgang Niersbach und weitere Mitglieder des WM-Organisationskomitees von 2006 eingeleitet hat?

Zwanziger: Ich bin sehr verwundert und weise die Anschuldigungen in aller Deutlichkeit zurück. Der Freshfields-Bericht bietet keinerlei Anlass für ein Verfahren gegen mich.

SPIEGEL ONLINE: Was meinen Sie konkret?

Zwanziger: Seit 2012 habe ich versucht, die Vorgänge um die Vergabe der WM 2006 aufzuklären. Dabei ist mir die Fifa-Ethikkommission in den Rücken gefallen und hat sich für nicht zuständig erklärt. Danach habe ich beim DFB Aufklärung angemahnt. Dies alles steht im Freshfields-Bericht. Und nun leitet die Fifa-Ethikkommission ein Verfahren gegen mich ein. Das ist unglaublich. Ich bin viel später als Niersbach in das OK-Präsidium gekommen und war beim Bewerbungsverfahren nie dabei. Vor diesem Hintergrund ist es schon sehr erstaunlich, wie Niersbach offenbar mit Samthandschuhen behandelt werden soll.

SPIEGEL ONLINE: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dem Vorgehen der Fifa?

Zwanziger: Ich werde mich mit meinem Anwalt sehr genau beraten. In jedem Fall werde ich Herrn Borbely (Chef der Untersuchungskammer der Ethikkommission, Anm. der Red.) wegen des Verdachts der Befangenheit ablehnen. Denn es ist schon sehr merkwürdig, wie Niersbach und Sandrock zum Beispiel im Gegensatz zu Herrn Hans behandelt werden. Das wird so nicht bleiben. Während die Ethikkommission bei Blatter und Platini sofortige Sperren ausgesprochen hat, bleibt Niersbach, der monatelang die Verbandsführung getäuscht hat, im Amt. Sehr erstaunlich.

Die Zahlungsflüsse im WM-Skandal

Foto: SPIEGEL ONLINE
Mehr zur DFB-Affäre im SPIEGEL

Das zerstörte Sommermärchen
Schwarze Kassen - die wahre Geschichte der WM 2006

Digitaler SPIEGEL: Ausgabe 43/2015

Gedruckte Ausgabe bestellen 

Der Fall DFB
"Für Ihre freundliche Unterstützung danken wir Ihnen bestens."

Digitaler SPIEGEL: Ausgabe 44/2015

Gedruckte Ausgabe bestellen